Der perfekte… Tagesrucksack – vier Packfreunde im Test
» » Der perfekte… Tagesrucksack – vier Packfreunde im Test

Der perfekte… Tagesrucksack – vier Packfreunde im Test

eingetragen in: Tipps und Tools | 1

 

Kennst du das?

Wenn du auf großer Tour bist? Trekkingrucksack hinten? Tagesrucksack vorne? Du fühlst dich wie eine eine Ninja Schildkröte ohne Säbel? Dann sage ich dir, da hilft nur eins: Säbel kaufen.

…und wenn der Säbel für dich keine Option ist, dann könnte das hier DEIN Artikel werden….


 

Hi, ich bin´s, Miri.

Heute mal ohne meine beiden Männer. Denn die haben offenbar keine Schildkrötengefühle. Skar, weil er keine Rucksäcke trägt und Andy…? Der kommt auch ohne Säbel klar.

Ich jedenfalls hatte seinerzeit das Rucksack-vorne-Thema für mich abgewählt und stattdessen eine geräumige Lowepro-Kameratasche zum Umhängen käuflich erworben (vielleicht auch einfach, weil ich zu klein war, um über den Vorne-Rucksack drüber gucken zu können…)

Nun stellte sich mir die Frage: was tun bei Tagesausflügen und kleineren Wandertouren? Die ganze Zeit die Tasche seitlich baumeln lassen? Blöd. Außerdem wäre es ja schön, wenn man bei längeren Flügen auch noch ein bisschen mehr Platz für all seinen Krempel hat, als die Kameratasche so offeriert. Ich entschied mich für einen kleinen Faltrucksack von Decathlon. Stolz betrachtete ich meinen rosanen-5-EUR-Mädchentraum-Schnapp.

So weit so gut. Asientour 2014:

Alles was ins Handgepäck sollte, ließ sich problemlos unterbringen. Der Rucksack war so flexibel, dass er sich gepackt ganz wunderbar samt Inhalt nach dem Flug wieder oben in meinem Trekkingrucksack verstauen ließ und mir auch sonst zwischendurch gute Dienste leistete. 10 Tage lang. Dann war es soweit: In Myanmar machten wir uns auf eine Zweitagestour von Kalaw bis hin zum Inle Lake. Einsatz für das Rosa-Packwunder- die Trekkingrucksäcke ließen wir schon einmal zum Endziel bringen. Das Rosa-Wunder kam volumenstechnisch an seine Grenzen.- Aber nicht schlimm- Improvisation ist alles. Jacke um die Hüften, Wasserflasche in der Hand- so konnte es losgehen. Doch schon nach wenigen Stunden wurde klar: die Jacke im Rucksack wäre schlauer gewesen. Das Sonnenbrillenetui rammte sich bei jedem Schritt unangenehm in meinen Rücken. Anhalten. Umpacken. Weiter gehts. Doch was ist das? Es piekte immer noch… die Sonnencreme. Anhalten-Umpacken-die Zweite. Für die Jacke als Rückenpolsterung war ja kein Platz mehr. Fix alles Kantige in die Schlafsachen gewickelt. so ging es weiter und Tag eins verlief rund. Klasse Landschaften, malerische Bergdörfer und tolle Menschen ließen die Knubbel im Rücken vergessen.

Tag zwei: Myanmar. Die Sonne brennt. Der Knubbel sitzt. Nun bekam er Gesellschaft vom dünnen Tragriemen, der an meinen Schultern zu schubbeln begann… Rosa Rucksack und ich bekamen langsam ein Beziehungsproblem.  Wieder zuhause konnte der Paartherapeut nur bedingt helfen. Ich entschied mich für die Trennung auf Zeit und Rosa erklärte sich damit einverstanden, künftig nur noch Partnerin für gewisse Stunden zu sein.

Ein neuer zuverlässiger Partner musste her. Ein Allrounder. Daher kommt hier mein Tagesrucksack Test für dich:

 

Das waren meine Vorstellungen:

*Volumen: 10-20 Liter

*geringes Gewicht

*kleines Packmaß

*gepolsterter Rücken und gepolsterte Tragriemen

*schöne wäre, wenn ich auch meine Kamera halbwegs sicher drin verstauen könnte (add on- kein Muss)

 

Vor ein paar Wochen begann ich dann meine Suche, und hier sind die Kandidaten:

Mit dabei:

Der Vaude Minimalist 15 Daypack Black für 59,95 EUR

 

 

 

Der Vaude Minimalist 25 Daypack Red für 69,95 EUR

 

 

 

Der Berghaus Vapour 15 Trailrunningrucksack Twilight Blue/ Blue Aster für 62,96 EUR

 

 

 

Und last but not least: der Mammut MTR 201 10+2 Daypack Black/Iron für 89,95 EUR

 

 

 

Wir starten mit den beiden Modellen von Vaude:

Die beiden Freunde hatte ich mir genauer angeschaut, weil sie eine herausnehmbare Rückenplatte haben sollten, was so angeblich das Zusammenfalten auf ein super-kleines Packmaß ermöglicht. Ich startete mit dem kleinen Schwarzen. (Ich meine, mit einem kleinen Schwarzen kann man ja gerade auch als Frau grundsätzlich eigentlich mal nichts verkehrt machen, gelle?) 😉

Der Vaude Minimalist 15 in schwarz: 

Spannung beim Auspacken. Das Material fühlt sich angenehm fest an, superleichte 545 Gramm liegen gut in der Hand.  Tolle Packmöglichkeiten bieten die beiden Deckelfächer und das innenliegende Reißverschlussfach, auch für die Unterbringung eines Trinksystems ist gesorgt. Dann die Enttäuschung: die Rückenplatte lässt sich nicht -wie angepriesen- herausnehmen.  Das Fach in dem sie sich befindet war fest vernäht. Leider für meine Zwecke das sofortige Knock Out. Schade. Denn auf dem Rücken sitzt er einwandfrei. Er hätte meine erste Wahl werden können.

Der Vaude Minimalist 25 in rot:

Weiter zum größeren 25 Liter Modell in rot. Aufgesetzt entscheide ich mich schnell-: ich bin 1,59 Meter groß, der Rucksack gefühlt die Hälfte von mir. 25 Liter sind einfach zu viel, stelle ich fest. Für Touren ohne Trekkingrucksack habe ich außerdem meinen alten 26 Liter Wolfskin-Wander-Daypack, der mich schon lange treu begleitet.  Dieses Modell war also leider eine Fehlentscheidung. Neugierig betrachtete ich dennoch die Rückenplatte: hier ließ sie sich herausnehmen und ich konnte den Rucksack tatsächlich winzig klein zusammenfalten. Einfach klasse für den, der die 25 Liter gerne zur Verfügung hat und vielleicht dann doch 10 cm größer ist als ich….

Nummer drei: Berghaus Vapour 15 in dunkelblau:

Schick. Der Berghaus soll mit 650 ml Trinkflasche und herausnehmbaren Nylonrahmen kommen. Beides ist vorhanden stelle ich zufrieden fest. Die Flasche sitzt etwas fest in der Halterung. Ich bezweifle, dass sie sich unkompliziert entnehmen lässt, wenn der Rucksack auf dem Rücken tront. Aber vielleicht leiert das ja im Laufe der Zeit aus… Das Gestänge verbirgt sich hinter dem rückseitigen Reisverschluss, in einem Fach das auch Platz für eine Trinkblase bietet und in der Tat kann ich es unkompliziert entnehmen. Jetzt lässt er sich recht klein um die Trinkflasche herum zusammenrollen. Richtig klein wird er nicht, aber jo, das müsste in meinen großen Tatonka hineinpassen. Das Trinkflaschenfach ist so fest, dass es sich nicht weiter knicken lässt.- Muss die Trinkflasche nicht unbedingt mit, lassen sich hier aber vielleicht auch gut Regenjacke oder Sonnenbrillenetui verstauen. Auch die 488 Gramm Gewicht können den Vaude auf jeden Fall schon mal toppen.Nicht schlecht. Im Inneren verbirgt sich ein abgetrenntes Reißverschlussfach. Zusätzlich  bieten die beiden Täschchen am Hüftgurt noch Platz für Schlüssel und sonstigen Kleinkram. Mein Handy passt leider nicht hinein, musste ich feststellen. Dass der Hüftgurt durch die beiden Täschchen etwas voluminös wirkt stört mich ein wenig, aber grundsätzlich bin ich schon nah an begeistert.

Next one: Das Mammut unter den Rucksäcken:

Der Mammut MTR  ist das Leichtgewicht unter den vieren. Mit nur 250 Gramm ist er wirklich federleicht und soll dabei hoch atmungsaktiv sein. „Los! Setz mal auf, der sieht cool aus!“ Andy ist begeistert. Ich auch. „Cool!“ bestätigt Andy. Ich merke ihn gar nicht auf dem Rücken. Begeisterung! Die 10+2 Version hat einen Reißverschluss zur Volumenserweiterung, zwei Seitennetze, ein Trinkblasenfach und einige kleine Fächer an den Tragriemen. Wobei ich der Herstellerangabe, es befinde sich ein Trinkflaschenfach im Tragriemen, nicht ganz folgen konnte. In das Fach passte gerade eben mein Handy hinein, in die anderen Fächer vielleicht ein bisschen Kleingeld- ich weiß nicht wie klein die Flasche sein müsste, um hier Platz zu finden. Aber der sonstige Eindruck ist erst einmal super, das Packmaß ist sensationell, es kann an´s Probepacken gehen.

Finale!

Berghaus gegen Mammut

Die Aufgabe: es müssen auf jeden Fall mit: eine Trinkflasche, Handy, Schlüssel, Portemonnaie, Regenjacke, Fleecejacke und -um es auf die Spitze zu treiben- meine Spiegelreflex.

Der Berghaus-Kandidat schluckt alles tadellos. Auch ohne Nylongestänge sitzt er angenehm am Rücken, das unten angebrachte Trinkflaschenfach fängt die schwere Flasche (die ja hier eigentlich auch gar nicht mit muss) und die Kamera prima auf und bietet gefühlt zusätzlichen Schutz für die Nikon beim Abstellen auf dem Boden.

Das geringe Packmaß des Mammut-Kandidaten bringt natürlich die Tatsache mit sich, dass die Stabilität dieses Rucksackes quasi 0 vorhanden ist. Nur mit Fleece und Regenjacke und ein paar leichten Accessoires sitzt er perfekt und sieht dabei noch richtig, richtig klasse aus. Kommt die Flasche hinzu, ändert sich das Bild. Eingewickelt in die Jacken geht es zunächst gut mit der Flasche und auch mit der Kamera. Jetzt der Test: Jacken raus. Soll ja auch im Sommer tauglich sein, das Schätzchen. Die Flasche drückt im Rücken, die Kamera traue ich mich nicht, so zu transportieren…. Schweigen. Noch mal ein Blick in den Spiegel. Sieht auch sch… -also nicht so schön- aus, wenn die Flasche den ganzen Rucksack nach unten zieht und dann auch noch so komische Beulen macht…. vom Tragegefühl her selbstverständlich durch die breiten Riemen und die leichte Rückenpolsterung ein Unterschied zu meinem alten Rosa-Ex-Begleiter… aber definitiv kein 84, 95 EUR- Unterschied, konstatiere ich enttäuscht.

Fazit:

Riesen-Packmaß und riesen-Komfort- das geht einfach nicht zusammen. Meine erste Wahl und mein super Kompromiss: der Berghaus Vapour 15:  Gutes Packmaß und super Komfort. Gekauft! Als ich dann noch an den Hüftgurten rumgefummelt und festgestellt hab: wenn ich die mal gerade nicht brauche und dann am Rücken durch die Tragriemen ziehe, sehen sie auch gar nicht störend sondern eher lässig aus… ja, da war das Glück perfekt. Miri und Berghaus in Love! Skar und Andy müssen nicht traurig sein, wir nehmen sie auf jeden Fall mit auf all unsere Touren und bei aller Liebe wird der Berghaus immer nur die vierte Geige in unserem Trio -oder jetzt Quartett???- spielen 😉

Und hier isser:

 

 

 

.

.

Verfolgen Miriam:

Hi, ich bin Miriam. Zusammen mit Andy reise ich seit 2012 in jeder freien Minute in der Weltgeschichte herum und freue mich über viele tolle Reisefotos und Eindrücke. In den Artikeln, die ich schreibe, berichte ich über Produkte, die ich getestet oder Erfahrungen, die ich losgelöst von unseren gemeinsamen Touren gemacht habe.

Eine Antwort

  1. Peter
    | Antworten

    Hallo Miriam,

    habe mir eben deine Beitrag durchgelesen und werde mir das von dir empfohlene Modell von Mammut demnächst näher anschauen.

    Ich habe auf meinen Reisen oft einen Faltrucksack dabei, der wenig wiegt, sich auf eine kleines Packmaß komprimieren lässt und fast keinen Platz im Rucksack wegnimmt.

    Auf meiner Seite habe ich einige Modelle getestet. Ich würde mich freuen, wenn du einmal vorbeischaust!

    Grüße,
    Peter

Senf dazu geben? Her damit!