Wandern auf Teneriffa – Der Pico del Teide oder: Aufi Schnaufi
» » Wandern auf Teneriffa – Der Pico del Teide oder: Aufi Schnaufi

Wandern auf Teneriffa – Der Pico del Teide oder: Aufi Schnaufi

eingetragen in: Europa, Reisetipps und Reisestorys | 1

Hallo, ich bin´s Miri. Und heute nehme ich dich mit auf eine klasse Wandertour. Schnall dich an, denn es geht hoch hinaus! Der Pico del Teide auf Teneriffa ist unser Ziel! Mit 3718 Metern ist er die höchste Erhebung auf den Kanaren und der höchste Berg auf spanischem Staatsgebiet.

Der Artikel kommt dir bekannt vor? Das mag sein. Den habe ich nämlich vor 4 Jahren schon einmal auf meinem damaligen Blog veröfftentlicht.- Also: urheberrechtstechnisch alles bella 😉

Und jetzt: viel Spaß beim Lesen!

Alles Liebe

Bildschirmfoto 2015-05-03 um 18.48.34

Miri


 

„Uaaaahhhhh! Heute ist ein guter Tag zum nicht- Sonnen!“ der Mitreisende erwachte und riss die Vorhänge auf. Uhrzeit: 7:00 Uhr, gefühlt wie 3:45 Uhr- wecker.com statt wetter.com. „Was führt bei dir zu dieser Annahme?“ grummelte Miri, als sie sich die Decke noch einmal über den Kopf zog. „Heute schmerzt noch mein Sonnenbrand von gestern.“ erklärte der Mitreisende „Und den Mietwagen können wir in einer Stunde abholen.“ Der Mitreisende sprang unter die Dusche. “In ZWEI Stunden abholen…” Miri grummelte weiter vor sich hin.

Vier Tage der Erholungswoche waren bereits vergangen. Drei Tage mit drei vollen Schichten in der Sonne, dazwischen ein spannender aber doch irgendwie eher unspektakulärer Spontanausflug mit dem Linienbus nach Los Gigantes, das in der Tat nicht minder in touristischer Hand war, als die Südküste.

Animation war immer von 11.00 Uhr bis 12.00 Uhr, von 14.00 Uhr bis 15.00 Uhr und von 20.00 Uhr bis 22.00 Uhr. Wenn der Eiermann verstärkt nachgefragt wurde, konnte es auch schon einmal passieren, dass die „Time to say Godby“- Hymne, gefolgt vom „Everybody in the Land of Dreaming“- Gruppenclubtanz sich um eine halbe Stunde verzögerte. Wir waren bereits echte All-In-Profis, was das anging.

Nicht im Gruppenclubtanz!

Im Flüchten zur rechten Zeit vom rechten Ort!

Also würden wir heute mal so richtig flüchten. Das Abenteuer Teide- es konnte beginnen…

Da wir den Mietwagen noch im frühurlaublichen All-in-Wahn über die Reiseleitung gebucht hatten, fanden wir uns pünktlich um 9.00 Uhr an der Hotelrezeption, um das Gefährt in Empfang zu nehmen. 9.00 Uhr war eigentlich auch schon reichlich spät, wollten wir doch zu Fuß bis zur Bergstation der Teide- Seilbahn und von dort aus bis zum Krater. An den Krater durfte man jedoch nur, wenn man sich zuvor eine Reservierung besorgt hatte. Diese war nur an einem bestimmten Tag und auch nur für ein Zeitfenster von zwei Stunden gültig. Zumindest hier wollte man wohl die alles zerstörende touristische Todeswelle von der Natur der Insel fernhalten. 13.00 Uhr bis 15.00 Uhr war für uns vorgemerkt worden.

„Wie lange brauchen wir wohl für die Klettertour? 2 Stunden?“ „Keine Ahnung. Sieht auf der Karte nicht ganz so weit aus, aber 15 Kilometer werden´s wohl sein. Vermutlich auch mehr. Kann ich hier nicht so richtig ausmessen, ist alles so zickzackmäßig…“ prüfend faltete Miri die Karte glatt.

„Ola! Ola! Wer olt denn von zie de Mitwagn ab?“ kam der freundlich Mann von der Rezeption auf uns zu. „Egal.“ „Zie mussen sisch entscheide. Es kann nur ein mit zu Station.“

???

„Ach so“ verstand der Mitreisende. „Die Fahrer werden hier gleich abgeholt und unterschreiben den Vertrag.“ „Na dann fahr du.“ träge verzog sich Miri in die Sitzecke. Konnte ja so lange nicht dauern, schließlich war die Mietwagenstation nur im die Ecke. Der Tross Mietwagenfahrer- hauptsächlich bestehend aus Männern- wurde in einen Minibus verladen. Frauenquote? Fehlanzeige. Ein prüfender Blick auf die Uhr: 9.15 Uhr. Spanische Pünktlichkeit.

Und was ist das Ergebnis spanischer Pünktlichkeit gepaart mit spanischem Organisationstalent?

10.17 Uhr.

Der Mitreisende fuhr vor. Leicht angesäuert erhob sich Miri vom Mauervorsprung vor dem Hotel, auf dem sie irgendwann gegen 9.30 Uhr in Warteposition gegangen war. Doch was war das?

„Es ist ein Cabrio!“ wild gestikulierend lief sie auf den Wagen zu. Der Mitreisende guckte irritiert. „Quatsch! Neeeee! Die hatten nur den C2, den wir uns ausgesucht hatten nicht mehr frei.“ „Doch! Guck doch! Es hat ein Hardtop und da oben würde es dann entriegeln!“ wichtigtuend zeigte sie auf das Ende der Windschutzscheibe. Des Mitreisenden Blick wanderte umher. „Is nicht wahr! Na dann entschädigt das ja zumindest für die Wartezeit.“ grinste er nun auch.

Dekadent fuhren wir offen dem Nationalpark Teide entgegen.

„Da vorne ist die Seilbahnstation. Guck mal, also in Betrieb ist sie schon mal.“ stellte Miri rund 1,5 Stunden später zufrieden fest. „Der Wanderweg muss da hinten irgendwo beginnen, fahr mal weiter.“ Etwa drei Kilometer später parkten wir das Gefährt. Der Himmel war blau. Kein Wunder, denn wir waren hier schon auf rund 2400 Meter Höhe und hatten die Wolkendecke vor gut einer halben Stunde durchbrochen.

 

Teide 1

Teide 2

Grüne Hügel und bepflanzte Terrassen wurden von Nadelwäldern abgelöst, bis wir schließlich den Nationalpark erreichten. Hier wurde irgendwann mal „Planet der Affen“ gedreht- und so sah es auch aus: Eine öde Geröllwüste mit trockenen Gewächsen. Vor uns erhob sich mächtig die schneebedeckte Spitze des Teide. Noch immer waren die Furchen deutlich zu erkennen, die einst die glühend heiße Lava beim herabfließen hinterlassen hatte.

Teide 3

Stille.

„So. Na dann latschen wir mal ne Runde!“ der Mitreisende warf beschwingt seinen Rucksack über und stiefelte los. „Aufstieg ca. 4,5 Stunden steht da.“ deutete er auf eine Hinweistafel. „4,5 Stunden??? Ja! Für Weicheier!“ schnaubte Miri. „Es ist zwölf und um 15.00 Uhr läuft unsere Genehmigung aus. Da müssen wir da sein!“ Hatte der Mitreisende ihr gerad den Vogel gezeigt? Schnell sprintete sie los, um ihn einzuholen.

Die erste Stunde verlief entspannt. Der Geröllweg war breit, die Aussicht gigantisch. Wolken bedeckten zwar die Insel, aber das machte das Ganze nur noch surrealer. Hier und da kreuzte ein Gecko unseren Weg, am Rand lag teilweise noch Schnee.

P1020027

Teide 8

„Da! Die nächste Hinweistafel!“ zielstrebig zottelte Miri auf sie zu. „Etwa ein Drittel haben wir hinter uns.“ stellte der Mitreisende fest. „Na dann ist doch alles bella!“ grinste Miri. Legen wir noch nen Zahn zu, dann sind wir vor 15.00 Uhr da! Wir könnten uns sogar noch ne Pause gönnen. Los, ich hau mich da an die Geröllhaufen.“ der Mitreisende schüttelte den Kopf. „Ich esse im Gehen. Du kannst mich dann ja hinterher einholen mit deinem Stechschritt.“ Gerade niedergelassen sprang Miri wieder auf. „Heee, ist doch sonst keiner hier! Nicht alleine lassen!“ lachend lief der Mitreisende weiter.

P1020045

Etwa eine Stunde später erreichten wir den nächsten Wegpunkt. „Guck mal! Da oben sind welche!“ Zwei winzige Gestalten bewegten sich wie Ameisen oben im Geröll. „Wie sind die da hingekommen?“ fragte sich Miri laut. „So, wie wir da jetzt auch hinkommen.“ erwiderte der Mitreisende und zeigte auf einen winzigen, sich in steilen Serpentinen durch das Lavagestein schlingernden Pfad. „Na dann geht´s ja jetzt an´s Eingemachte.“ Miri wurde leiser. Tatsächlich aber war der Pfad hier komfortabel angelegt worden. An den Eckpunkten dienten große, flache Steine als Treppenabsatz, auf den Steilen lag feiner Kies, der lediglich ein wenig unter den Füßen wegrutschte.

In der nächsten halben Stunde passierten wir Büsche und dickblättrige Pflanzen während das vormals helle Gestein nun dunkler und dunkler wurde. Immer mehr Schutt und Geröll versperrte den Weg; der ach so lauschige Pfad wurde mehr und mehr zur Kletterpartie. „Ich brauch ne Pause!“ schnaufte Miri. Der Mitreisende grinste von oben herab. „Na, hier oben wird die Luft langsam dünner- gelle?“ Ein dummer Spruch, der in dieser Situation allerdings in der Tat seine Berechtigung hatte. Kaum saß Miri auf einem Felsvorsprung, fühlte sie sich schon wieder regeneriert und voller Tatendrang. Der Blick hinunter war unglaublich. „Aufi!“ hörte sie sich selbst tönen und nahm einen tiefen Atemzug- nur um 2 Minuten später bereits wieder laut zu schnaufen. Die beiden vor uns machten offenbar gerade ebenfalls eine Pause unter einer Geröllspalte. Weit dort oben sahen wir sie verharren.

Miri starrte zurück auf den Schotter vor sich. Dicke Felsbrocken rutschten unter ihren Schuhen weg. Hatte sie nicht diese Stockwanderer immer müde belächelt? Zugegeben: Hier und in diesem Augenblick hätten solche Gerätschaften von eklatantem Vorteil sein können. Sie stützte sich mit den Händen ab, als sie den nächsten, hüfthohen Felsbrocken erklomm. Konzentriert überlegte sie den nächsten Schritt.

RATSCH, RATSCH, RATSCH…

Plötzlich durchbrachen seltsame Geräusche die totale Stille der Geröllwüste. Miris Blick richtete sich erschrocken auf. Was war DAS?…

Fortsetzung folgt…


 

Lies jetzt hier Teil 2 meines beide Abenteuers!

 

Eine Antwort

  1. […] Ersten Teil ver­passt? Dann schau erst mal hier vorbei! […]

Senf dazu geben? Her damit!