Trekking in Myanmar – Kalaw und die Kühlkette
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Trekking in Myanmar – Kalaw und die Kühlkette

Puh. Erschöpft steigen wir aus dem Bus. Es ist später Nachmittag. Rund 22 Stunden waren wir mit dem Bus unterwegs. Unterwegs? Na ja, das ist wohl etwas relativ. Ca. 7 Stunden von den 22 waren wir wirklich auf Tour, die restlichen 15 standen wir auf der Straße, am Rastplatz und dann wieder auf der Straße.

„Das Getriebe…“

zeigte einer der Fahrer bedeutsam zur Karosserie, unter der sich gerade sein Kompagnon zu schaffen machte.

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Nun gut. Jetzt waren wir endlich da. Wir mussten umplanen. Eine Trekkingtour von Kalaw zum Inle See wollten wir machen. Trekking in Myanmar! Regulär ist man da ca. 3 Tage unterwegs. Da wir mit ausreichend Puffer von dort aus weiter nach Yangon wollten – und dieses Erlebnis gab uns mit unserer vorsichtigen Zeitplanung ja recht- stand unsere Wunschtour nun in den Sternen. Erst mal eine Unterkunft finden heißt es also als erstes. Duschen, essen, schlafen. Wir strecken unsere müden Glieder.


Die Unterkunft

Direkt an der Haltestelle empfängt uns der erste Burmese. Unser Reiseführer empfiehlt das Golden Kalaw Inn. Dort wollen wir hin. Er habe auch einen Homestay, der liege auf dem Weg. Wenn wir mögen, könne er uns führen und wir könnten unterwegs seine Unterkunft anschauen. Wir folgen erst mal.

Sein Homestay macht einen guten Eindruck, Alles ist sauber und gepflegt. Aber irgendwie haben wir ein komisches Gefühl bei ihm und seiner Frau. Wir können es nicht genau beschreiben und auch nirgendwo dran fest machen.

„Er hat einen komischen Blick… mein Bauch sagt: Finger weg.“

raunt Andy. Miri nickt. Wir bedanken uns freundlich und gehen die 500 Meter weiter zum Golden Kalaw Inn. Auch dort sind noch Zimmer frei. Puh. Schön ist es hier nicht. Die WCs und Duschen sind die grenzwertigesten unserer ganzen Tour. Aber die Inhaber sind freundlich und herzlich. Sie versprechen uns zudem, uns einen Guide für unsere gewünschte Trekkingtour zu organisieren. Das klingt gut.

Eine Stunde später sitzen wir geduscht und regeneriert zusammen mit That Khaing, dem versprochenen Trekkingführer, an einem der Tische im Aufenthaltsraum und planen unsere Tour. Da uns ein Tag verloren gegangen ist, wird er uns mit dem Wagen zum Ausgangspunkt des zweiten Tages bringen. Wir freuen uns!

Zum Abendessen ist es noch zu früh, so dass wir erst einmal über den bekannten Markt in Kalaw stromern. Wir kaufen frisches Obst und eine riesengroße Wassermelone. Zurück an der Unterkunft kommen wir mit einigen anderen Backpackern ins Gespräch. Ein Pärchen- Andreas und Claudia aus der Schweiz- wollen uns auf unsere Tour begleiten. Spontan sprechen Sie That an und klinken sich ein.


Essen

Vom Golden Kalaw Inn aus gehst du die Straße abwärts zum Markt. Am Ende des Marktes findest du rechts eine Gasse mit vielen Restaurants. Wir entscheiden uns für einen Inder hinten links und bereuen es nicht.

Früh fallen wir in die Kissen, denn morgen um 6 Uhr geht es schon weiter für uns.


Die Tour

Alles klappt wie am Schnürchen. Kurz nach sechs fährt unser Gefährt vor. Draußen dämmert es noch. Claudi und Andreas sitzen schon hinten auf den Bänken. Von unseren Trekkingrucksäcken müssen wir uns nun trennen, denn sie werden schon einmal zu unserer Unterkunft am Inle Lake gebracht. Ein Risiko, das wissen wir. Unsere Wertsachen haben wir daher in unsere kleinen Tagesrucksäcke gequetscht und hoffen, dass wir That und seinem Freund vertrauen können.

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Etwa eine kalte und anstrengende Stunde später erreichen wir das kleine Bergdorf, in dem unsere Tour beginnen soll. Für Wasser und Essen während der nächsten zwei Tage sorgen unsere beiden Organisatoren. Jeder von uns bekommt daher eine kleine Flasche Flüssigkeit in die Hand gedrückt. Es geht los!


Tag 1

Durch die karge Landschaft schlängelt sich unser kleiner Fußweg wie eine Schlange. Schlangen übrigens soll es hier viele geben. Andy ist auf der Hut. Die Kamera im Anschlag ist er bereit für den Schlangenschnappschuss dieses Urlaubs. Doch noch zeigt sich uns kein Tier. Fast wüstenartig ist es hier. Die Trockenzeit hat ganze Arbeit geleistet.

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Nur wenige Stunden sind wir unterwegs, da liegt das nächste Dorf vor uns. Wir bekommen Tee und sehen, wie man Taschen und Tücher herstellt. Die Gastfreundschaft ist überwältigend. Zum ersten Mal staunen wir, wie fröhlich und ausgelassen die Menschen hier wirken, obwohl sie so gut wie nichts haben und in für uns mittelalterlichen Verhältnissen leben.

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Das ändert sich auch nicht im zweiten Dorf, das auf unserem Weg liegt. Hier kehren wir zum Mittagessen ein. Es gibt Reis mit frischem Gemüse, Avocados mit Zitrone und Salz, dazu Orangen. Ein Festmahl, mit dem wir nicht gerechnet haben.

„Schau mal da- Respekt: die Kühlkette wird nicht unterbrochen!“

staunt Andreas während er auf zwei Männer zeigt, die eine Kiste mit Fleisch wie eine Sänfte zum Hauseingang tragen. Wie die Menschen das hier mit der Kühlkette machen? Ganz einfach: sie halten das Fleisch einfach konstant auf Außentemperatur 😉

Die jetzige Etappe ist eine der schönsten. Vorbei an Schluchten und Mangobäumen geht es weiter. Rechts von uns wird gebaut. „Eine Hotelanlage“ nickt Than bedeutend. Dutzende Ochsenkarren bringen Bambusrohre, die ersten Häuser stehen bereits auf dicken Stelzen. „Hier sollen die Touristen künftig schlafen, die eine Trekkingtour machen möchten“ erfahren wir. Irgendwie sind wir gerade ganz froh, dass wir das nicht müssen, und, dass wir heute den ganzen Tag über noch keinen anderen Touristen gesehen haben.

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Gegen fünf Uhr erreichen wir schließlich unser Lager für die heutige Nacht. Wir sind erstaunt, wie komfortabel alles hier ist. Than bittet uns, die Schuhe auszuziehen, ehe wir die steile Treppe zum Schlafraum hochsteigen. Oben hat man uns schon zwei große Doppelmatrazen in die Ecken des Raumes gelegt. Eine für uns, eine für Claudi und Andreas. Dazwischen: eine Art buddhistischer Altar. Fasziniert schauen wir uns das bunte Wunderwerk an.

„Dort hinten könnt Ihr euch waschen und um sechs haben wir das Essen für euch fertig.“

verabschiedet sich Than. Super!

Die Duschen stellen sich als zwei gemauerte Umkleidekabinen dar. Das Wasser wird mit der Schöpfkelle aus den Wasserbehältern direkt daneben genommen.

Reicht.

Wir fühlen uns erfrischt und sauber, als wir am Tisch sitzen und ein Bier bei dem Betreiber dieser Unterkunft bestellen. Nebenan sitzen zwei andere Guides auf dem Boden und kochen Essen offenbar für ihre Gäste. Ein paar Meter weiter sehen wir sie sitzen und uns zuprosten.

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Unser Essen ist schon fertig. Wahnsinn, was Than und sein Freund uns da alles auftischen! Zum ersten Mal schmeißen wir unsere Vorsätze, hier kein Fleisch zu essen, über Bord und schlemmen uns durch die vielfältigen Gerichte und Saucen vor uns. Bis jetzt schlägt diese Tour alle Erwartungen. Wir beglückwünschen uns zu der Entscheidung, als wir uns müde in unseren warmen Decken kuscheln.

Fortsetzung folgt…


 

Du möchtest wissen, wie es weiter geht? Hier geht´s zur Fortsetzung


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Unser Backpackertipp: Myanmar
Myanmar- die Fotos
Bagan – die Stadt der tausend Tempel
Yangon – Mingalarba Myanmar
5 Minutes of… Myanmar- das Video

 

Viel Spaß! 🙂

Verfolgen Andy und Miriam:

Wir sind Andy und Miriam und wir sind reisesüchtig! Nach der Reise ist für uns vor der Reise! Wir brauchen diese Vorfreude, diese Spannung, ehe es zum nächsten Reiseziel geht! Wir brauchen, das Adrenalin, das uns durch die Adern rinnt, wenn wir bei der Flugsuchmaschine auf „buchen“ klicken, wenn der Flieger abhebt, wenn wir landen, wenn wir das erste Mal neue Gerüche in der Nase haben und fremde Sprachen hören, wenn wir mit Auto und Zelt unterwegs sind und sich unser Herz überschlägt, weil wir mal wieder DEN Mega- Platz für unser Nachtlager aufgetan haben… wir sind Adrenalinjunkies und wir sind Reisejunkies. Wir brauchen: REISEADRENALIN! Du auch?

6 Antworten

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  5. Kerstin
    | Antworten

    Wie gemein, mittendrin aufzuhören. Will unbedingt wissen wie es weitergeht! Aber überzeugt, dass ich diese Trekkingtour auch unbedingt machen muss bei meinem Myanmar-Besuch habt Ihr mich schon jetzt! Tolle Geschichte und richtig tolle Fotos (die Porträtbilder sind der Hammer!) ICH WILL AUCH! Freu mich schon auf die Vorsetzung!
    Ganz liebe Grüße, Kerstin

    • Die Bilderbummler
      | Antworten

      Hey Kerstin, danke für das tolle Feedback!!! Keine Angst, Teil 2 wird nicht so lange auf sich warten lassen, wie der erste- wir sind schon dran. 🙂 Die Trekking Tour war auch eines unserer Highlights und wir waren im Nachhinein so glücklich, dass wir das gemacht haben! Ursprünglich wollten wir hoch nach Mandalay zur U-Bein-Brücke, aber in Bagan sagte uns ein Engländer, dass er gerade von dort komme und es als sehr laut und schmutzig empfunden hätte. Da war ein bisschen Landleben für uns die bessere Alternative. Wir finden: auf jeden Fall ein Must-Do in Myanmar. Ganz liebe Grüße zurück und einen schönen Sonntag euch!

Senf dazu geben? Her damit!