Meer: tot. Miri: es besteht noch Hoffnung – unser Totes-Meer-Insider-Reinhüpf-Tipp
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Meer: tot. Miri: es besteht noch Hoffnung – unser Totes-Meer-Insider-Reinhüpf-Tipp

Donnerstag, 29.01.15, Tag 6 unserer Reise.

Direkt im Morgengrauen verlassen wir erneut unser Couchsurfing -Kuschellager in Eilat Richtung Masada. Miri hatte Magen. Die ganze Nacht durch war es nicht richtig gut- jetzt war es noch weniger richtig gut. Wir hatten den Tip bekommen in der Field School in En Gedi zu übernachten. Dort sollte es Ziegen und Klippschliefer geben. Außerdem sei die School ein klasse Ausgangspunkt für jede Art von Wanderung. Unseren ursprünglichen Plan, Masada früh um neun zu erreichen und dann von dort aus weiter nach En Gedi zu fahren warfen wir um. Es ging direkt zur Field School. Miri musste liegen.

Im Office hängen zahlreiche Pläne und Wanderrouten aus. „Wanna go hiking?“ fragt uns das Mädel an der Rezeption. „How Long dos this way take?“ Andy schaute interessiert auf eine Route die hoch auf das Gebirgsplateau führte. „Oh, about 5 hours. But you two look like you could make it!“ sie musterte uns, ihr Blick glitt langsam an uns herunter. Ihr zuversichtliches Lächeln verschwand… „…but not in theese shoes.“ deutete sie auf unsere Turnschuhe. Nun ja, Kletterbock Andy hätte es gewiss auch in Turnschuhen geschafft, aber für heute war es schon zu spät mit der Tour zu beginnen und Miri musste schlafen…

Der Tag ging uns also leider verloren.

Unser Tipp

Plane hier 2-3 Tage ein.

Tag 1: Masada und Baden

Besuche die einzigartige Ruine von Masada und mache dort die Audio Tour auf dem Plateau und im Museum mit. Kostenpunkt: 20 NIS für den Audioguide inkl. Museumseinttitt und 45 NIS für Masada selbst (Stand Januar 2014).

Vom Haupteingang aus führt der Schlangenpfad ca. 45 Minuten steil bergauf. Wir haben uns für die 3 minütige Seilbahnfahrt entschieden, weil Miri noch etwas Kreislauf hatte, und sind mittags dann ca 30 Minuten hinabgelaufen. Ohne die Audiotour oder einen Guide sind es sicher nur ein paar Steine. Aber die Erklärungen und anschaulichen Erläuterungen werden den Besuch für dich zum Erlebnis machen! Wir jedenfalls hatten mehrfach Gänsehaut…

Komischer Weise sagten uns alle Israelis mit denen wir sprachen „Masada? What do you want there? There are just a few boring old stones“ während jeder Reiseführer und auch der Audioguide angeben, Masada repräsentiere den Stolz der Israelis, einige Einheiten ihrer Streitkräfte halten hier auch ihre Vereidigungszeremonien ab.

Wir haben für Besichtigung, Schlangenpfad hinab und Museum ca. 4,5 Std benötigt.

Blick von Masada aus aufs Tote Meer
Blick von Masada aus aufs Tote Meer
Blick auf einen Teil der Ruinen von Masada
Blick auf einen Teil der Ruinen von Masada
Gut erhaltene Wandmalereien im Badehaus
Gut erhaltene Wandmalereien im Badehaus
Mosaikboden in Masada- unglaublich aber wahr: aus der Zeit Herodes des Großen und damit rund 2000 Jahre alt...
Mosaikboden in Masada- unglaublich aber wahr: aus der Zeit Herodes des Großen und damit rund 2000 Jahre alt…

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Anschließend bleibt also noch Zeit sich gemütlich im Toten Meer treiben zu lassen. Kostenlose Strände mit Duschen soll es in En Boqeq (sind wir aus Versehen wegen der ganzen Hotelbettenburgen dran vorbeigefahren) und in En Gedi direkt geben, wobei aber in En Gedi niemand den wir fragten diesen kostenlosen Strand mit Duschen kannte…

Da wir auf der Weiterfahrt Richtung Norden waren, wollten wir nach unserem Bad im Meer schon gerne duschen. Daher peilten wir den Mineral Beach an, der angeblich zu den schönsten des Toten Meers zählen soll. Der war aber leider geschlossen.

Weiter ging’s.

Alternativlos steuerten wir schließlich den Biankini Beach ganz im Norden an. Siebzig Schekel ärmer und um eine Erfahrung reicher stiefelten wir an einer lauten Bar vorbei Richtung des kleinen braunverschlammten und mit (Plastik)treibgut bestückten, abgetrennten Strandabschnitts. Das überwiegend russische und asiatische Publikum lärmte auf kleinen vom Sonnenlicht verblichenen Plastikstühlchen, einige Männer glotzen versunken auf üppige Damen, die sich mit Schlamm einrieben. Irgendwie hatten wir uns das idyllischer vorgestellt. Miri stieg eher skeptisch in die braune Brühe. Zugegeben: das Gefühl auf dem Wasser zu schweben war schon toll, man musste halt nur Ohren und Augen zuhalten… Andy hatte keine Lust mehr.

Würde es nicht vielleicht reichen sich das Salz hinterher mit einer Flasche Wasser abzuspülen?

„Wir fahren zurück!“ „Hä?“ „Wir fahren noch mal hinter den Checkpoint. Da soll doch eine ganz schöne Ecke sein, um reinzuhüpfen!“
Also fuhren wir noch einmal zurück. So konnten wir diesen sensationellen Tag doch nicht zu ende gehen lassen!

Aber nicht, ohne zuvor unseren Unmut über den Dreck und das ungepflegte Erscheinungsbild in Kombination mit dem extrem hohen Eintrittspreis an der Rezeption kundzutun. Wortlos und ohne Aufforderung gab man uns gegen Vorlage der Quittung unseren kompletten Eintritt zurück.

Läuft doch.

Ein späterer Blick auf Trip Advisor bestätigte unseren Eindruck. Die Rezessionen sind oben verlinkt.

Und hier kommt unser Totes-Meer-Reinhüpf-Insidertip

Von Süden kommend unmittelbar vor dem Checkpoint auf der Route 90 in einer der Einbuchtungen parken, Schwimmsachen und zwei Flaschen (Leitungs)wasser einpacken und ca 5 Minuten Richtung Wasser klettern (keine Angst, nur ein kleiner Mini-Abhang, der Rest ist Schotter und Sand).

Aus Süden kommend suchst du dir kurz vor dem Checkpoint zur Westbank auf der Route 90 einen Parkplatz an der Seite. Oft stehen hier auch schon Autos in den Parkbuchten zu denen du dich dazustellen kannst.
Aus Süden kommend suchst du dir kurz vor dem Checkpoint zur Westbank auf der Route 90 einen Parkplatz an der Seite. Oft stehen hier auch schon Autos in den Parkbuchten zu denen du dich dazustellen kannst.

Traumhaft schön und ruhig ist es hier!
Traumhaft schön und ruhig ist es hier!

Hier hast du Ruhe und einen wunderschönen sauberen Sandstrand. Wenn du ein paar Meter hineinwatest und mit den Händen am Boden rumtastest wirst du auch den tollen Schlamm finden, der deine Haut weich und geschmeidig machen soll.

Nach der Schlammschlacht leg dich auf den Rücken und genieße das Gefühl schwerelos zu sein ohne lärmendes Musikgedudel oder kreischende Menschen. So soll es sein!

Es kann sein, dass du in den kleinen Dünen auf ein paar Israelische Hippies triffst, die sind total nett, ruhig und scheinen sich öfters und auch mal länger hier aufzuhalten.

Und auf dem Rückweg haben wir ein Schwimmen-Verboten-Schild gesehen, es hat aber niemand etwas gesagt und die Leute vom Checkpoint haben uns sicher das ein oder andere Mal beobachtet.

Salz abwaschen mit zwei Wasserflaschen funktioniert übrigens super! 😉

Tag 2 und 3: Wandern

Mache ein bis zwei Wandertouren ins Gebirge. Wir wären gerne noch den Unteren Wadi David und den Oberen Wadi David gewandert (sattes Grün, Wasserbecken und Wasserfälle) aber Miri war ja außer Gefecht. Die meisten Routen starten direkt in En Gedi und es ist wirklich für jeden etwas dabei. Karten und Infos gibt’s in der Field School.

Wo kann ich schlafen?

Klassisch

In En Gedi gibt es zahlreiche Übernachtungsmöglichkeiten.
Wir haben in der Field School geschlafen.
Kosten: 6-Betten-Schlafsaal: 123 NIS p.P. pro Nacht. Es gibt aber auch Einzel- und Doppelzimmer für rd. 400 NIS.

Tip

Da in der Nebensaison nichts los war, wussten wir eh, dass die Wahrscheinlichkeit, den Schlafsaal für uns allen zu haben recht groß war. Es kam wie gedacht… 😉

Gelände der En Gedi Field School
Gelände der En Gedi Field School

Mit dem Zelt

Am besagten Strand kurz vorm Checkpoint haben zu dem Zeitpunkt ca. 12 Zelte in den Dünen verteilt gestanden ohne dass es jemanden gestört hat. Traumhafter Ausblick und entspannte Ruhe.
Alternative:
Laut Lonely Planet offiziell auch kostenlos erlaubt am En Gedi Beach (den dort aber niemand kannte) und am En Boqeq Beach. Jeweils mit Toiletten und Duschen.

Verpflegung

An der Route 90 entlang des Toten Meers sieht es ausgehtechnisch genauso aus, wie das Meer heißt: tot. Im Kibbutz in En Gedi gibt es einen kleinen Supermarkt- der sollte dich glücklich machen können. Für den, der nicht selbst kochen will bieten die Hotels und Hostels auf Nachfrage auch Abendessen an.

Klima

Wer wie wir denkt: Richtung Norden wird es kälter. – Hier nicht. Oben in Masada fängt es lediglich um die Mittagszeit an stark zu winden. Wir hatten die ganze Zeit über T-Shirt Wetter. Abweichend von der Klimatabelle waren es sicherlich im Schnitt 25 Grad.

Klimatabelle für Klimazone Eilat von klimatabelle.info
Klimatabelle für Klimazone Eilat von klimatabelle.info

Was hast du noch für Fragen an uns? Oder warst du auch schon einmal am Toten Meer und hast Ergänzungen oder sonstige Tipps? Lob und konstruktive Kritik sind auch immer willkommen! Wir freuen uns auf deine Kommentare!


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Verfolgen Andy und Miriam:

Wir sind Andy und Miriam und wir sind reisesüchtig! Nach der Reise ist für uns vor der Reise! Wir brauchen diese Vorfreude, diese Spannung, ehe es zum nächsten Reiseziel geht! Wir brauchen, das Adrenalin, das uns durch die Adern rinnt, wenn wir bei der Flugsuchmaschine auf „buchen“ klicken, wenn der Flieger abhebt, wenn wir landen, wenn wir das erste Mal neue Gerüche in der Nase haben und fremde Sprachen hören, wenn wir mit Auto und Zelt unterwegs sind und sich unser Herz überschlägt, weil wir mal wieder DEN Mega- Platz für unser Nachtlager aufgetan haben… wir sind Adrenalinjunkies und wir sind Reisejunkies. Wir brauchen: REISEADRENALIN! Du auch?

3 Antworten

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