Polarlichter Fotografieren – so klappt´s
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Polarlichter Fotografieren – so klappt´s

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Du möchtest auch einmal Nordlichter fotografieren?
Dann zeigen wir dir hier, wie´s geht und was wir beim nächsten Mal durchaus auch anders machen würden.

Die Vorbereitung

Zu allererst solltest du gewappnet sein, wenn die Lichter am Himmel erscheinen. Tipps zur besten Jahreszeit findest du hier: 4 Gerüchte über Polarlichter

Wir hatten nicht wirklich damit gerechnet, welche zu sehen und daher waren wir ehrlich gesagt etwas planlos und sind Hals- über Kopf los, als sie uns vorm Schlafengehen überraschten.

Mach´s besser als wir:

1. Alles was du brauchst solltest du griffbereit irgendwo liegen haben

*Kamera

Gut ist, wenn deine Kamera wenig Bildrauschen bei der Nachtfotografie erzeugt. Außerdem sollte sie einen zuschaltbaren Live View haben- das erleichtert das Fotografieren ungemein, wenn du mal andere Perspektiven ausprobieren willst. Miri lag z.B. durchaus auch mal bäuchlings mitten auf der Straße, um vernünftig durch den Sucher gucken zu können, bis ihr die Live View Erleuchtung kam.

*Ersatzakku

Nimm qualitativ gute Ersatzakkus mit. Viele nachgemachte Varianten halten einfach auch nur halb so lange.

*ein gutes, festes Stativ

Miri hatte nur ihr kleines Gorilla- Stativ dabei (für zwischendurch ganz gut, aber für echt gute Nachtaufnahmen leider grenzwertig) was dazu geführt hat, dass wir uns um Andys großes Stativ nahezu geprügelt haben.

*eine Stirnleuchte

Während Andy souverän alles drapierte, fummelte Miri ganz aufgeregt im Dunkeln an ihrem Stativ herum. Leider blöd, wenn man seine Stirnlampe auf dem Sofa hat liegen lassen…

2. Plan dein Motiv im Hellen

zugegeben: das kann nicht immer klappen.

Wir hätten gerne ein Häuschen oder Dorf vor Wasser- oder Bergkulisse fotografiert. Auf Torsken hätten wir aber nur vom Berg aus einen klasse Blick gehabt- hätten also nachts noch 30 Minuten hochkraxeln müssen. Im Nachhinein kein Problem, wenn wir vernünftig vorbereitet gewesen wären… Über Gryllefjord waren am ersten Abend keine Lichter zu sehen, in der zweiten Nacht lag es komplett im Nebel (der hängt hier oben halt oft sehr tief- nämlich dann auch genau dort, wo Siedlungen stehen). Aber grundsätzlich solltest du schon einmal ein paar Ideen haben, welche Stellen du abklappern willst, wenn es so weit ist.

3. Schau in den Forecast und in deine Wetter App

Wenn der Himmel abends klar ist, und du bist zur richtigen Jahreszeit am richtigen Ort, schau abends noch mal in den  Aurora Forecast. Ja, auch bei uns zeigte er nur Stufe 3 an an dem Abend- noch ein Grund, warum wir hinterrücks überrascht wurden. Wir haben festgestellt, dass wir oben auf Senja im September an wirklich jedem klaren Abend Polarlichter hätten sehen können- leider hatten wir nur quasi 1,5 davon. Beide Male zeigten sich die Lichter gegen 22.00 Uhr, am zweiten Abend lagen aber dichte Nebelfelder sehr tief, sobald man in die Nähe des Meeresspiegels kam.

Es macht also Sinn, eher in der Wetter App zu gucken, wann mit klarem Himmel zu rechnen ist und zusätzlich vor dem Schlafengehen immer noch einmal einen kritischen Blick nach Draußen zu werfen.

Das Fotografieren

Im Grunde genommen solltest du einfach wissen, wie du generell im Dunkeln fotografieren musst- also:

1.auf jeden Fall mit Stativ, damit die Bilder bei Langzeitbelichtungen nicht verwackeln

2.schalte den Autofocus aus– was soll er auch fokussieren- er sieht ja nix

3.der Isowert sollte irgendwo bei 200- 600 liegen- probier dich mal aus. Je höher du mit dem Iso-Wert gehst, desto höher ist auch die Gefahr, dass Bildrauschen entsteht. Fange also möglichst weit unten an und taste dich dann hoch.

4.nimm den Blendwert möglichst weit runter. Wir haben mit einem Wert von 3,5 gearbeitet. Bei höheren Werten gewinnst du mehr Tiefenschärfe, dann solltest du aber auch die Belichtungszeit erhöhen, damit das Bild nicht zu dunkel wird – das kann z.B. sinnvoll sein, wenn du viel Landschaft mit auf dem Bild hast, wie Häuser und Berge.

5.bei einer Blende von 3,5 haben wir mit einer Belichtungszeit von 6-8 Sekunden fotografiert. Du kannst auch eine höhere Belichtungszeit nehmen und dafür den Iso Wert senken oder die Blende anpassen (s.o.), dann solltest du aber aufpassen, dass die Sterne nicht verschwimmen- es sei den, dass ist ein von dir gewünschter Effekt

6.der Druck auf den Auslöser führt oft dazu, dass das Stativ wackelt. Nutze also den Selbstauslöser. Wir empfehlen, ihn auf 2 Sek einzustellen.

Wir hatten unsere besten Ergebnisse bei einem Isowert zwischen 200  und 600, einer Blende von 3,5 und einer Belichtungszeit zwischen 6 und 15 Sekunden

Polarlichter Titel - Miriam Brandt (1 von 1)

Iso 560, Blende 3,5, Belichtung 6 Sek.

Nordlichter Auto (1 von 1)

Iso 450, Blende 3,5, Belichtung 6 Sek.

Nordlichter Miri (1 von 1)

Iso 400, Blende 3,5, Belichtung 8 Sek.

Bilder bearbeiten

Nachdem wir festgestellt hatten, dass wir unsere Polarlichtbilder quasi null bearbeiten konnten in unseren Standard-Programmen und Miri zudem auch zum ersten Mal in diesem Urlaub zusätzlich im RAW- Format fotografiert hatte, wurde es Zeit, der Empfehlung, die Daniela von Reiseknipse uns in unserem Artikel Morgens halb sechs in Deutschland gegeben hatte, zu folgen und in Adobe Lightroom zu investieren.

Und wir sind so glücklich, dass wir die Euros in die Hand genommen haben!

Mit Lightroom kannst du wirklich kinderleicht in wenigen Schritten riesen Ergebnisse erzielen und für alles, was komplizierter wird, gibt es zahlreiche Internet Tutorien.

Hier also unsere ersten Schritte der Bildbearbeitung in Lightroom für dich:

1. Fotografiere solche Fotos im RAW Format

Das RAW- Format frisst riesen Speicher, daher macht es auch keinen Sinn, all deine Fotos- auch die Schnappschüsse- damit zu machen. Aber für Fotos, bei den du hoffst, dass etwas Besonderes draus wird, kommst du da eigentlich nicht umher. Während beim Speichern im normalen JPEG Format immer schon im Hintergrund automatische Bereinigungen stattfinden, die die ursprünglichen Daten überschreiben- sich also mit keinem Bearbeitungsprogramm der Welt wieder rückgängig machen lassen- werden im RAW Format sogenannte Rohdateien- wie es der Name schon sagt- abgelegt. D.h. das Bild, so wie du es wirklich aufgenommen hast.

Das ermöglicht dir im Nachhinein schlichtweg wahnsinnig viele Korrekturmöglichkeiten. Schau her:

Bildschirmfoto 2015-10-13 um 10.55.03

Das ist das Bild in seinem Ursprung. Schon nicht schlecht, wie wir finden, aber da geht noch was.

2. Unregelmäßigkeiten Korrigieren

oben rechts siehst du einen runden Punkt vom Licht der Straßenlaterne. Den wollen wir nicht haben.

Bildschirmfoto 2015-10-13 um 10.56.05

Bildschirmfoto 2015-10-13 um 10.57.09

Das funktioniert echt gut über die Bereichsbearbeitung. Ein bisschen Geschick ist dabei vonnöten, jedoch wirst du recht schnell den Dreh heraus haben.

Bildschirmfoto 2015-10-13 um 10.56.48

2. Steuere den Weißabgleich

Genau wie vermutlich an deiner Kamera kannst du hier nun noch einmal wählen, welche Belichtungssituation du dir wünschst. Experimentiere einfach ein wenig herum. Alternativ kannst du auch manuell Veränderungen vornehmen, so lange, bis das Bild so aussieht, wie du es dir vorstellst.

Bildschirmfoto 2015-10-13 um 10.59.12

Wir haben uns für die automatische Anpassung entschieden, wodurch das Bild sehr klar, aber auch kalt wurde, und dann die Temperatur wieder etwas erhöht.

Bildschirmfoto 2015-10-13 um 10.59.51

3. Pass die Farben und Tiefen an

Tipp: durch Erhöhung der Dynamik kannst du in diesem Fall das Grün noch besser rauskitzeln.

Bildschirmfoto 2015-10-13 um 11.02.05
4. Rauschreduzierung

Eine supersupersuper coole Funktion!!! Das Bild wird hierdurch fast ein wenig unwirklich. Schau nur, dass du die Rauschreduzierung so einsetzt, dass das Bild nicht an Schärfe verliert.

Bildschirmfoto 2015-10-13 um 11.06.35

Bildschirmfoto 2015-10-13 um 11.07.23

5. That´s it

Wie wir finden eine wahnsinns Veränderung mit wenigen kleinen Schritten! Das Bild wirkt nun klarer, die Lichter kommen besser zur Geltung, ebenso wie der teilweise tiefblau schimmernde Himmel.

Nordlichter Auto (1 von 1)

Bildschirmfoto 2015-10-13 um 10.55.03

Was sagst du dazu? Hättest du das Bild ähnlich verändert, oder etwas ganz anderes daraus gemacht? Vielleicht bist du ja auch schon ein bisschen fitter beim Fotografieren und im Umgang mit Lightroom und hast noch zusätzliche Tipps für uns und unsere Leser? Dann her damit in die Kommentare, wir freuen uns!!! 🙂

Alles Liebe

Foto 30.06.14 23 56 49

Andy, Miri und Skar

*Dieser Beitrag ent­hält so­ge­nannte Affiliate– Links zu Produkten, die wir selbst nut­zen.

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Verfolgen Andy und Miriam:

Wir sind Andy und Miriam und wir sind reisesüchtig! Nach der Reise ist für uns vor der Reise! Wir brauchen diese Vorfreude, diese Spannung, ehe es zum nächsten Reiseziel geht! Wir brauchen, das Adrenalin, das uns durch die Adern rinnt, wenn wir bei der Flugsuchmaschine auf „buchen“ klicken, wenn der Flieger abhebt, wenn wir landen, wenn wir das erste Mal neue Gerüche in der Nase haben und fremde Sprachen hören, wenn wir mit Auto und Zelt unterwegs sind und sich unser Herz überschlägt, weil wir mal wieder DEN Mega- Platz für unser Nachtlager aufgetan haben… wir sind Adrenalinjunkies und wir sind Reisejunkies. Wir brauchen: REISEADRENALIN! Du auch?

Eine Antwort

  1. […] Wie du gute Nachtaufnahmen machst, zeigen wir dir hier am Beispiel Polarlichter fotografieren. […]

Senf dazu geben? Her damit!