Panama: Unterwegs im Hochland von Boquete

Panama: Unterwegs im Hochland von Boquete

Das Fenster ist einen Spalt geöffnet. Die kühle Abendluft zischt hindurch und peitscht uns ins Gesicht. Wir schließen die Augen.

Erst im Dunkeln erreichen wir das kleine Dörfchen Nahe der Grenze zu Costa Rica. Hier im Hochland von Boquete ist nichts mehr zu spüren von der feuchten, stickigen Luft der Hauptstadt.

Wir steigen aus dem Bus. Unser Reiseführer* sagt: Abends: Achtung in Panama! Und auch das Auswärtige Amt schließt sich dieser Empfehlung an. Hatten wie in Panama City in der ein oder anderen Ecke tatsächlich mal ein mulmiges Gefühl- es gab im Hostel sogar einen Lageplan mit rot gekennzeichneten Bereichen, die nach Dämmerung gemieden werden sollten-  so genießen wir hier gerade die klare Abendluft und die angenehme Stille. „We are seaching for the Mamallena Hostel“ fragen wir eine ältere Dame, die auf der Bordsteinkanste sitzend offenbar auf einen anderen Bus wartet.

Sie deutet rechts herüber. Und tatsächlich. Dort ist es, keine 50 Meter von unserer Haltestelle entfernt. Der Platz ist hell beleuchtet. Wir laufen hinüber.

Freundlich empfängt man uns. Wir fragen nach einem Dorm. Dorm? Gerade alle ausgebucht. Ich gebe euch einen Private Room mit vier Betten. Entweder es kommt noch jemand, dann lege ich den zu auch aufs Zimmer, ansonsten habt ihr ihn für euch alleine zum gleichen Preis.

Bingo!

Wieder mal Glück gehabt. Und sogar ein eigens Bad haben wir! Wir freuen uns!


Unternehmungen

Eine der bekanntesten Touren durch das Hochland von Boquete ist die Besteigung des Vulkan Baru im Morgengrauen. Die geführten Touren starten in der Regel um 22 Uhr abends, so dass man nach ca. 5- 6 Stunden Aufstieg den Sonnenaufgang in vollen Zügen genießen kann. Wir wissen noch nicht so recht, ob wir uns dafür bereit fühlen, denn nach dem Aufstieg kommt noch einmal der 5 Stündige Abstieg. Die Rezessionen bei TripAdvisor sind gemischt. Erst nach 8 Uhr oben ankommen ist auf jeden Fall keine Option. Denn nach der Morgendämmerung ziehen gerade jetzt in der eh schon diesigen Regenzeit meist dichte Nebenschwaden auf.

Wir sind unschlüssig. Zu sehr hängen uns noch die Anreise nach Panama und die Zeitumstellung in den Knochen. Gegen 21 Uhr fallen uns die Augen zu. Wir gehen ins Bett.

Am nächsten Morgen beschließen wir daher, uns erste einmal auf eigene Faust umzuschauen. Touren zu den Kaffeplantagen in der Nähe kann man für ca. 30 USD buchen. „Aber ihr könnt auch alleine hin laufen und dann die Tour einfach vor Ort machen. kostet dann nur ca. 5 USD“ Sagt uns ein Mitafrbeiter an der Rezeption. Das wollen wir austesten. Nur 10 Minuten die Straße hoch soll die Plantage sein. Wir laufen. Keine Plantage in Sicht. Wir fragen. Zum ersten Mal stoßen wir mit unseren nicht vorhandenen Spanischkenntnissen an unsere Grenzen. Erst schickt man uns die Straße wieder hinunter, um uns dann wieder hoch zu schicken. „About 50 minutes by feet.“ sagt der eine. „15 Minutes and you are there,“ sagt der andere. „No Plantage here.“ der nächste.

Schließlich nimmt uns ein eingewanderter Amerikaner mit. „Ich weiß nicht, ob die auch Touren anbieten, aber ihr könnt da vorne mal fragen. Das ist die einzige Plantage, die ich hier in der Nähe kenne…“

Wir sind froh.

Hunde begrüßen uns. Arbeiter beäugen uns. Nach Tour sieht hier gar nichts aus. Wir verständigen uns mit Händen und Füßen und dürfen alleine über die Plantage schlendern.

Na ja, die Theorie können wir auch später von Mr. Google erfahren.

Kaffeebohnen gab´s auch ohne Führung…

Nun wollen wir noch gerne zum Waterfall- Trail, von dem wir gelesen hatten.

Wir laufen zurück ins Dorf. An der Bushaltestelle fragen wir uns durch, bis wir den passenden Bus finden.

2,50 USD kostet eine Strecke pro Person.

Neben zwei anderen Touristen nimmt er auch noch ein Dutzend Schulkinder mit in die Berge. Nach und nach werden sie an kleinen Pfanden wieder abgesetzt. Wir staunen, dass sich hier írgendwo in der totalen Einöde noch Wohnhäuser befinden sollen.

An einem Weg schließlich hält er an. Wenn wir zurück möchten, sollen wir einfach hier warten, alle 30 Minuten käme ein Minibus auf dieser Strecke vorbei, der uns dann wie der einsammeln könne.

Wir stiefeln los.

Irgendwann erreichen wir ein kleines Kassenhäuschen. 7 USD Eintritt werden verlangt. Die Wanderung soll etwa 1,5 Stunden hin und dann wieder zurück dauern.

Am Schwein links, bitte…

Der Regen hat tiefen Matsch für uns hinterlassen. Es geht mal aufwärts, mal abwärts. Bald sind unsere Wanderschuhe völlig verklumpt. Sonne und Regen wechseln sich ab. Klamotten aus. Klamotten an. Trotzdem haben wir Spaß. Schon bald erreichen wir den ersten Wasserfall.

Drei soll es insgesamt geben. Wir sind gespannt, was uns noch erwartet.

Wasserfall Nummer 1 macht schon mal Spaß

 

Um die Schuhe darf man sich nicht sorgen

 

Bis zum zweiten Wasserfall brauen wir etwas länger. Gewaltige Wassermassen fallen in ein Becken mit kristallklarem Wasser hinab. Andy zögert nicht lange und springt hinein. Miri folgt. Brrrrrr…. ist das kalt!!!!!! Wäre das Wetter nicht so wechselhaft, wäre diese Aktion bestimmt eine willkommene Abkühlung. Nun ist sie aber eher eine Überwindung.

Doch wir werden entlohnt!

Direkt vor den herabfallenden Wassermassen im Wasser zu stehen, fühlt sich einfach nur großartig an! Der Wind, den das Wasser beim Aufprall erzeugt, weht uns hart ins Gesicht. Beinahe wirft er uns um. Wir feiern das Leben! (Das willst du sehen? ➡️ hier lang!)

Total geflasht und nach dem kalten Bad extra dick eingepackt, geht es weiter zum dritten Wasserfall. Der Weg hierher zieht sich etwas. Wir wissen nicht recht, wie das Highlight von gerade noch zu toppen sein könnte.

Oberhalb des zweiten Falls gibt es ein Plateau mit schöner Aussicht

Ist es auch nicht.

Etwas ernüchtert, aber dennoch irgendwie auch glücklich stehen wir vor Wasserfall Nummer drei. Geschafft! Hunger! Zurück! Wir kehren um. Da der Trail kein Rundwanderweg ist, geht es die gleiche Strecke zurück. Als wir die Wiese erreichen, kommt die Sonne raus und wärmt uns angenehm. Perfekter hätten wir uns diese Tour nicht vorstellen können!

Hängebrücken sind einfach immer cool!

Der Busfahrer sollte recht behalten. Nur 10 Minuten, nachdem wir zurück auf der Straße angelangt sind, sammelt uns ein Minivan ein und bringt uns zurück ins Dorf. Was für ein gelungener Tag!


Unterkunft

Mamallena Hostel ➡️ Hier geht´s zu unserer Rezession, Roomtour und dem Link zum Hostel.


Touren

Kaffeplantage organisiert: ca. 30 USD p.P.

Nachttrekking auf den Baru: ca. 50 USD p.P.

Weitere Infos im Mamallena Hostel und bei diversen Tourenanbietern an der Hauptstraße. Im Schnitt kosten die Touren alle um die 50 USD p.P.


Unsere Reiseführertipp*


Das erste Mal mit dabei

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Übrigens

Weitere ergänzende Artikel von anderen Bloggern zum Thema Panama findest du auch in den Links unseres Panama Reiseplanungs- Artikels. Stöbere da gerne mal durch!


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2 Antworten

  1. Marie
    | Antworten

    Hallo ihr Lieben,

    an das gigantische Schwein von Waterfall Trail kann ich mich auch noch gut erinnern 😀

    Matschig war es bei uns auch und so kalt, dass wir Frostbeulen auch nicht schwimmen gegangen sind. Etwas schade fand ich, dass man in und um Boquete für alle Aktivitäten etwas bezahlen musste. Die Wanderungen waren zwar nett, aber Vergleichbares kann man in den Nachbarländern auch ohne Bezahlung erleben.

    Liebe Grüße

    Marie

    • Andy und Miriam
      | Antworten

      Hi, ja, wir fanden in Panama und Costa Rica die angebotenen Touren allgemein sehr teuer. Das Schwein scheint dort das Maskottchen zu sein… 😅
      Ganz liebe Grüße Euch vom Ft. Lauderdale Airport! Das nächste Ziel wartet…. 😃

Senf dazu geben? Her damit!