Mit 8 Kilo um die Welt- dein ultimativer Handgepäck – Rucksack – Test
» » Mit 8 Kilo um die Welt- dein ultimativer Handgepäck – Rucksack – Test

Mit 8 Kilo um die Welt- dein ultimativer Handgepäck – Rucksack – Test

eingetragen in: Tipps und Tools | 4

Mit 8 Kilo um die Welt… na ja… wir wollen mal nicht gleich übertreiben. Nichts desto trotz habe ich mich auf die Suche nach dem ultimativen Rucksack gemacht, mit dem das zumindest theoretisch möglich wäre.

Warum?

Also eins vorweg: ich liebe meinen Tatonka-Trekkingrucksack! Er hat mich nach Schweden begleitet und er kam auch mit nach Asien und Israel. In ihn kann ich großzügig alles hineinschmeißen, wonach mir ist und dennoch merke ich ihn nicht auf meinem Rücken, selbst als wir in Schweden rund 8 Stunden pro Tag mit 15 Kilo Gepäck auf den Beinen waren.

Aber beim Vorbereiten unseres Marokko-Kurztripps stellte ich fest, dass wir im minimalistischen Packen mittlerweile echt richtig gut sind. Wir flogen mit nur einem Handgepäcktrolley einer Handtasche und einem Tagesrucksack.- Zu zweit.

Also buchten wir mutig für die zwei Wochen Israel auch nur ein Aufgabe-Gepäckstück. Und siehe da: unsere Trekkingrucksäcke waren nur halb voll, so dass wir sie zu zweit in einen Gepäckbeutel stopfen konnten. Gesamtgewicht: 17 Kilo. Der klumpige Beutel mit den beiden Rucksäcken drin verursachte jedoch an der ein oder anderen Stelle etwas Aufsehen und auch Probleme bei den Sicherheitskontrollen in Israel. In Deutschland mussten wir ihn als Sperrgepäck aufgeben- zum Glück ausnahmsweise kostenfrei.

Das muss doch auch einfacher gehen, dachte ich mir.

Und wie cool wäre es gewesen, bei all den Flügen auf unserer Asientour am Flughafen einfach so durchzumarschieren, vorbei an all denen, die ungeduldig am Band auf ihr Gepäck warten mussten?

Warum nicht suchen nach einem für alles? Nach einem treuen Begleiter für Zwei-bis Drei-Wochentripps, für unsere Angelwochenenden, für längere Tagestouren und für unsere Carcamping-Ausflüge?

Daher sei gespannt auf meinen RucksackTest!

Also los gehts, das muss er mitbringen:

*Erfüllung der Handgepäck-Vorschriften (Maße 55 x 40 x 20 cm, bis zu 10 Kilo befüllbar)

*Alles auf unserer Packliste muss reinpassen – allerdings statt der ganzen normalen Kosmetiksachen, nur das, was für´s Handgepäck zulässig ist (Flüssigkeiten in Behältern, die nicht mehr als 100ml fassen, alles zusammen in einem wiederverschließbaren Plastikbeutel mit max. 1 Liter Volumen)

Das soll mit...
Das soll mit…

 

*Bequem auf dem Rücken zu tragen- auch mal für 1-2 Stunden

*wäre ein Vorteil wenn er dann noch ganz nett aussehen würde

Das sind die Kandidaten:


Bei allen drei Modellen handelt es sich um Männer, bzw. Unisex-Rucksäcke. Grundsätzlich hätte ich lieber einen für Mädels gehabt, aber ich habe im Netz der unendlichen Möglichkeiten leider keinen mit passenden Maßen gefunden, der auch gleichzeitig das nötige Volumen von mindestens 35 Litern mitbrachte.

Der Deuter Gröden 35 für 85 EUR

Er wurde als erstes geliefert. Schnell wurde er bepackt. Zufrieden betrachte ich ihn.

Handgepäckmaße

Nun gut- man muss oben etwas quetschen, aber die Ausmaße sollten insgesamt tolerierbar sein.

Volumen

Es passt tatsächlich alles hinein. Die Sandalen werden dann eben daußen drangebunden, die Jacke auch. Luft für mehr- z.B. ein paar Souveniers, oder eine größere Flasche Shampoo, die man sich vielleicht dann doch vor Ort kaufen möchte, ist allerdings kaum. Insgesamt nicht mehr als ein „ausreichend“

Tragekomfort

Und hier kommt der Gröden leider an seine Grenzen. Der Beckengurt sitzt gut. Die Rückenbelüftung ist tippitop. Das große Manko sind die Träger, die sich leider nicht ausreichend einstellen lassen. Weder kannst du das Gepäck mit Gurten näher an deinen Körper heranziehen, noch kannst du die Länge der Träger auf deine Rückenlänge kürzen oder verlängern. Der Brustgurt sitzt da, wo er für gewöhnlich sitzen soll: mitten auf der Brust. Für Männer mag das ok sein, für mich als Frau extrem störend und unangenehm. Nun gut, dass die Träger seitlich die Brust zusammendrücken mag ein schönes Dekolleté machen, aber was nützt das schönste Dekolleté wenn es vorne schmerzt und du keine Luft mehr bekommst… für Mädels „mangelhaft“, für Männer sicherlich „befriedigend“

Die Optik

Ein großer Pluspunkt. Wirklich schön anzusehen- sowohl voll bepackt, wie auch halb leer. „Sehr gut“

Fazit

Schönheit alleine ist nicht genug…

Der Gröden 35 eignet sich für minimalistische männliche Reisegenossen. Jedoch vermutlich nur für Tageswanderungen oder Wochenendtrips und nicht für längere Touren, denn eine Männerhose oder ein Männershirt dürften wohl mehr Platz wegnehmen als Mädelsklamotten. Daher wird für eine „richtige“ Reise das Volumen von 35 Litern nicht ausreichend sein.

Als Damenmodell gibt es den Gröden nur mit 30 Litern- da die 35 Liter schon recht knapp bemessen waren, werden 30 Liter daher leider definitiv zu wenig sein, so dass die Frauenvariante auch keine Option für meine Zwecke ist.

Der Vaude Challenger 35+10 für 75 EUR (aktuell nur noch für rund 100 EUR erhältlich)

Nummer zwei macht schon einmal optisch einen schlanken Fuß. Das vom Händler angegebene „shadow“ entpuppt sich als ein angenehmes graugrün, die gelben Reißverschlüsse setzen sich farblich schön ab.

Handgepäckmaße

Mit allem bepackt lässt sich der Deckel so weit hinunterziehen, dass er tatsächlich den Vorschriften entspricht- super! Weil er etwas schlank ist und hier vielleicht noch Packpotenzial verlohren geht, gibt es ein kleines „gut“

Volumen

35 Liter plus 10 Liter versprechen natürlich einiges. Und der Vaude Challenger hält das auch! Um in die Handgepäckmaße zu passen, habe ich die Isomatte an die Seite geschnallt. Nach dem Flug kann sie aber durchaus auch mit in den Rucksack. Die warme Jacke kann unter den Deckel geklemmt werden und Shampoo und eine Wasserflasche für Unterwegs bekommst du auch noch unter. Notfalls wird die Matte halt wieder außen dran geschnallt, dann ist auf jeden Fall mehr als genug Platz da für alles was man zwischendurch noch verstauen muss. Für Touren ohne Flug natürlich auch ein Riesen Pluspunkt, denn da ist es ja eh egal, wie hoch und breit er ist. Daumen hoch, „sehr gut“ mit Sternchen!

Viel Platz, leider mit wenig Ordnung - insgesamt aber: Volumen: TOP
Viel Platz, leider mit wenig Ordnung – insgesamt aber: Volumen: TOP

Tragekomfort

Alles lässt sich individuell einstellen. Die Seitenträger lassen sich auf S, M oder L herausziehen oder hereindrücken, der Beckengurt ist abnehmbar. Das Gewicht lässt sich beim Tagen schön verteilen und auch durch extra Gurte oben heranziehen, so wie du es auch von einem großen Trekkingrucksack gewohnt bist. Die Rückenbelüftung ist gut. Natürlich lässt er sich von der Stabilität und vom Comfort her nicht mit einem guten 50 Liter-Trekkingrucksack vergleichen- der muss ja ganz andere Beanspruchungen und Gewichte aushalten und du hast ihn zudem auch mal voll beladen 8 Stunden auf dem Rücken- aber für 1-2 Stunden Tragedauer ist er absolut TOP! Das verdient ein „gut“ mit Sternchen.

Alles lässt sich nach deinen Bedarfen einstellen
Alles lässt sich nach deinen Bedarfen einstellen

Die Optik

So eng zusammengezurrt etwas knautschig, aber nicht hässlich. Schöne Farbe. Voll beladen sehr schön (kannst du auf dem Übersichtsfoto ganz oben sehen). Dafür gibt es ein „sehr gut“.

Vaude gepackt

Fazit

Eigentlich hatte ich mich in diesem Moment schon für den Vaude entschieden. Was sollte jetzt noch Besseres kommen. Ich war absolut zufrieden!

Der Osprey Farpoint 40 für 99 EUR

Ein echter, richtiger Handgepäckrucksack! Gespannt und gleichzeitig entspannt erwartete ich seine Ankunft. Der Vaude und ich- wir waren ja schon mal dicke miteinander. Ein gutes Gefühl nach der Deuter-Pleite. Und dann war es soweit. Einen Tag später wartete auch er vor der Tür auf mich als ich Abends von der Arbeit kam.

Handgepäckmaße

Hier muss nix nachgemessen werden- der Farpoint 40 ist schließlich genau dafür konzipiert. Hier musst du nichts quetschen, nichts hin- und verpacken – da kommt er um ein „sehr gut“ nicht herum.

Volumen

Super! Alles lässt sich verstauen und noch dazu unfassbar übersichtlich. In meinem Trekkingrucksack packe ich die einzelnen Dinge immer in separate Tüten- eine für die T-Shirts, eine für Hosen, eine für Wäsche, … so fliegt nichts lose im Sack herum, er ist schnell ein- und wieder ausgepackt und ich habe immer alles fix zur Hand.

Das alles ist hier nicht nötig, schau mal:

Wow! Ein echter Pluspunkt für einen Ordnungsfreak wie mich! Für die dicke Jacke ist natürlich kein Platz mehr- und es gibt auch keine Halterung, um Isomatte und Schlafsack notfalls außen anzubringen. Erst mal aufsetzen, das Teilchen. Ich würde sagen: gut!

Tragekomfort

Sitzt, wackelt nicht und… hat keine Luft. Die Rückenbelüftung ist nicht optimal, der Sitz dafür aber mega-bequem. Super Lastenverteilung auch hier Dank angenehm sitzendem Hüftgurt und der Möglichkeit, das Gewicht über Gurte oben heranzuziehen. Ich möchte ihn gar nicht mehr abnehmen. Ich bewerte ihn einen Tacken besser als den Vaude- soll ich ihm ein „sehr gut“ geben? Hm, aber dafür lässt er sich noch nicht gut genug individuell einstellen- der Brustgurt sitzt zudem auch recht tief… Er bekommt auch ein „gut“ mit Sternchen von mir.

Die Optik

„Sieht n bischen aus wie ein Schultornister…“ Andy schmunzelt.

„Dann zieh ich mir jetzt noch Overknees an und binde mir Zöpfe, dann ist doch alles tutti“

Mir gefällt er eigentlich ganz gut. Ungewohnt, wenn du sonst eher Trekking- oder Outdoorrucksäcke trägst, aber nicht schlecht. Kompakt. Gut. Eigentlich sogar schick. Eigentlich uneigentlich auch. Geil! „Sehr gut!“

Hübsch- der Osprey Farpoint 40 gepackt
Hübsch- der Osprey Farpoint 40 gepackt

Und sonst

Diesen Punkt muss man für den Farpoint 40 eigens eröffnen, denn er bringt noch so einiges Mehr an Features mit sich:

*Das Rückentragesystem ist durch eine Klappe quasi einschließbar, so dass sich der Farpoint auch als gewöhnliche Tasche nutzen lässt. Der passende Tragegurt für den Schultertransport wird mitgeliefert.

*Hier gehört auch das klasse Ordnungssystem hinein, was ich oben schon erwähnt habe- das ist wirklich unfassbar praktisch!

Fazit

Tippitoppisuperklasse!

Und jetzt?

„…musst du dich entscheiden, liebe Miri. Wer soll nun dein neuer Allround-Begleiter werden? Kandidat Nr. 1, der Deuter…“

„Ähm nein.“

„Oh, ähm… Kandidat Nr. 2, der gutaussehende Volumensmeister, der dir jeden Packwunsch ohne zu Murren in seinem Bauch verstaut?“

„Hmmm, öh…“

„…oder Kandidat Nr. 3, das schicke Organisationstalent, das dir jederzeit übersichtlich all deine Möglichkeiten aufzeigt?“

„Hmmmm…. ahhhmmmmm… hmhmhmhmmmmm…“

(Ich wollte nur kurz erwähnen, dass ich Waage bin- ein Entscheidungstalent also könnte man sagen…daher mache ich mir ja immer Listen… dumm nur, wenn zwei den gleichen Punktwert haben…ich brauche ein neues Entscheidungshilfesystem.)

„Hmmmmmm….“ Erst mal Yvi fragen.

„Nimm den Osprey!“

„Okay.“

Jaaaaaaaahhaaaaaaa!!!! Da war er mein Osprey, mein Osprey, mein toller neuer Osprey!!!! Miri tanzte im Kreis.

„Was machst du da?“

„Ich tanze im Kreis!“

„Achso.“

Am nächsten Tag dann der ultimative Praxistest:

Es ging ins erste Angelwochenende des Jahres. Aufgeregt packte ich meine Sachen zusammen. Den Schlafsack, die dicke Jacke für Abends, die Nikon, ein paar Zeitschriften, meine Zahnbürste, … voll.

„Kannst du die Gopro noch bei dir mit reinpacken?“

„Öhm. Vielleicht.“

Irgendwie quetschte ich sie mit rein. Wenn ich die dicke Jacke rauslasse habe ich noch mehr als genug Platz… aber wo festmachen am Rucksack- zum Anziehen war es definitiv noch zu warm, wer schon einmal Angeln war, weiß, dass es noch allerhand sonstiges Equipment zum Zelt zu schleppen gibt- da bist du froh um jedes Teil, dass du dir nicht noch zusätzlich über den Arm hängen musst. Mist, dann eben quetschen. Mit Ach und Krach ging er zu, der neue Schatz. Der Rücken beulte aus. Unangenehm drückte es in mein Kreuz. Verflixt! Punktabzug im Tragekomfort.

Abends dann erneute Ernüchterung: War ich es gewohnt, von meiner Liege aus immer von oben in den neben mir auf dem Boden stehenden Rucksack zugreifen zu können, musste ich den Osprey erst einmal auf die Liege hiefen, um ihn vernünftig aufmachen zu können und meine Schlafsachen herauszufingern. Zelten ist halt doch irgendwie nur bedingt was für Ordnungsfanatiker… Punktabzug in der B-Note.

Ein Gutes hatte diese Erfahrung dennoch: Ich musste keine Entscheidung unter Unsicherheit mehr treffen. Der Vaude lag nun klar vorne.

Das Ergebnis

Klarer Punktsieg für den Vaude bezogen auf meine Bedürfnisse! Ausschlaggebend waren hier das großzügige zusätzliche Packvolumen, wenn´s mal nicht in den Flieger geht und die klassische Trekkingrucksackform. Ich kann ihn aufgrund dessen einfach universeller einsetzen: als Handgepäckrucksack, für längere Tagestouren, zum Angeln und für unsere Carcamping-Reisen.

Wenn du jedoch lediglich einen treuen praktischen Begleiter für Reisen mit Handgepäck suchst, den du noch dazu auch als sportliche Umhängetasche einsetzen kannst, ist und bleibt der Osprey Farpoint 40 sicherlich die beste Wahl!

Was meinst du? Welchen Kandidaten hättest du genommen? Was mich auch interessieren würde: Mit wieviel Gepäck reist du für gewöhnlich? Hast du Erfahrungen mit Backpacking nur mit Handgepäck? Und welche Tipps kannst du mir und den anderen Lesern geben oder welche alternativen Rucksäcke kannst du uns hier noch empfehlen?

Fragen über Fragen- ich freue mich auf deine Antworten hier in den Kommentaren!

Liebe Grüße und bis zum nächsten Mal

Deine Miri


P.S. Habe soeben einen super ergänzenden Artikel zum Osprey von Sabrina auf Boots & Backpacks gefunden. Den Link sollte ich dir nicht vorenthalten… schau mal vorbei!

Außerdem hilfreich: Wie du weniger packst – eine Anleitung zum Packen für Handgepäckreisen

und: unsere neue Packliste Backpacking mit Handgepäck


Du willst all unsere Packlisten zum ausdrucken und abhaken haben? Dann meld dich schnell hier an!

Verfolgen Miriam:

Hi, ich bin Miriam. Zusammen mit Andy reise ich seit 2012 in jeder freien Minute in der Weltgeschichte herum und freue mich über viele tolle Reisefotos und Eindrücke. In den Artikeln, die ich schreibe, berichte ich über Produkte, die ich getestet oder Erfahrungen, die ich losgelöst von unseren gemeinsamen Touren gemacht habe.

4 Antworten

  1. Christian
    | Antworten

    Danke für die Rezension vom VAUDE. Die ausführlichste im Internet ! 😉

    • Die Bilderbummler
      | Antworten

      Hi Christian,
      ah super! 😃 Wir hoffen, sie konnte dir weiterhelfen.
      LG von uns dreien!

  2. Sabrina
    | Antworten

    Hallo Ihr Lieben,
    super cooler Bericht zu den Rucksäcken. Den Deuter kannte ich bisher noch gar nicht, aber da habe ich wohl auch nichts verpasst. Nachmal lieben Dank für die Verlinkung.
    Gruß, Sabrina

    • Hi Sabrina, danke für dein Feedback und sorry für die späte Antwort- wir waren wegen des Blog- Umzugs die letzte Woche ein wenig mit uns selbst beschäftigt. Danke für´s Teilen? Gern geschehen! Gutes muss man teilen! 🙂 Ganz liebe Grüße

Senf dazu geben? Her damit!