Lost in Xi’an – eine Geschichte
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Lost in Xi’an – eine Geschichte

Dieser Beitrag ist Teil von Arianes Round-up-Artikel zum Thema „Geschichten aus China“. Auf ihrem Blog Heldenwetter kannst noch viele tolle weitere Erlebnisse von anderen Bloggern im Reich der Mitte nachlesen. Schau mal vorbei bei ihr- es lohnt sich!


Es ist schon dunkel, als wir unser nächstes Reiseziel erreichen: Xi’an. Gestern noch bei Peking über die große Mauer spaziert, heute morgen den Olympiapark dort besucht, so befinden wir uns nun bereits über 1000 km weiter süd-westlich.

Große Mauer bei Peking

Peking, Himmelstempel

Peking, Sommerpalast

Das Klima ist deutlich milder, beinahe können wir ohne dicke Winterjacke vor die Tür gehen. Morgen steht die berühmte Terrakotta-Armee auf unserem Besichtigungsprogramm. Müde sind wir noch nicht. Daher wollen wir uns noch etwas chinesische Abendluft um die Nase wehen lassen. Zum Muslim Market soll es gehen, Xi’ans wohl bekanntestem Nachtmarkt im Muslimischen Viertel.

„Guck mal, das können wir zu Fuß laufen, das ist gar kein Problem“, erklärt der Mitreisende.

„Nun gut. Falls wir fußlahm werden, können wir ja ein Taxi zurück nehmen.“

Wir machen uns auf über große Straßenkreuzungen, durch enge Gassen. Neben uns rotzt ein elegant gekleideter Chinese auf den Bordstein direkt zu unseren Füße. Laut zieht er den Schleim den Rachen hoch, um ihn dann mit einem kräftigen Keuchen auszuwerfen. Wir sind nicht mehr verwundert. Das macht man hier halt so.

Auf dem Markt herrscht ein wildes Treiben. Unter freiem Himmel reihen sich Stand an Stand, drängen sich Mensch an Mensch. Frittierte Skorpione, Seidenraupen am Spieß oder frisches Schlangenfleisch so wie auf Pekings Nachtmärkten gibt es hier nicht.

Peking, Nachtmarkt

Nachtmarkt Peking (1 von 1)

Hoppla! 

Fast wären wir von einem Elektro-Tuktuk über den Haufen gefahren worden. Wir kaufen schließlich ein paar Nüsse und machen uns auf den Rückweg.

„Hm, weißt du noch, wo wir her gekommen sind?“

„Ne, kein Plan.“

„Komm, wir fragen mal jemanden nach dem Weg, hast du die Karte vom Hotel bei dir?“

„Jo.“

Kopfschütteln. Niemand scheint den Weg zu kennen. Auch der Taxifahrer ist ratlos. Viele von Ihnen können nicht lesen – und wir den chinesischen Hotelnamen nicht aussprechen- der englische bringt uns nicht weiter.

Lost in Xi’an

„Da! Als wir vom Flughafen kamen, sind wir mit dem Bus durch die Stadtmauer gefahren, von dem Tor aus würde ich den Weg wiederfinden.“

„Na dann los! Auf zur beleuchteten Mauer!“

Hunger treibt uns um. Wir sind Supermarktfans. Ein kleines Lädchen auf dem Weg hat noch geöffnet. Wir kaufen ein paar Kekse und Getränke. Mit einem freundlichen „Ni chau“ begrüßen wir die Frau hinter dem Tresen. Große Augen macht sie – nun gut, so groß sie sie machen kann. Aufgeregt lächelnd packt sie unsere Waren in eine Tüte. Als wir uns mit „Ziä Ziä“ bedanken jubelt sie. Vermutlich hatte sie keine Ahnung, dass diese beiden Brocken unsere einzigen chinesischen Sprachkenntnisse waren. Zusammen mit zwei anderen sieht sie uns fröhlich winkend nach, als wir ihren Laden wieder verlassen.

Im Schatten der Mauer laufen wir weiter. Die Füße schmerzen, als wir endlich das besagte Stadttor erreichen. Nun kennen wir uns wieder aus. Wir folgen der großen Straße und lassen uns treiben, vom Trubel der Großstadt, mit all ihren fremden Gerüchen und ihrer über tausend jährigen Geschichte, und wir wissen: heute Nacht werden wir gut schlafen können…

Über den Dächern von Xi'an

Verfolgen Andy und Miriam:

Wir sind Andy und Miriam und wir sind reisesüchtig! Nach der Reise ist für uns vor der Reise! Wir brauchen diese Vorfreude, diese Spannung, ehe es zum nächsten Reiseziel geht! Wir brauchen, das Adrenalin, das uns durch die Adern rinnt, wenn wir bei der Flugsuchmaschine auf „buchen“ klicken, wenn der Flieger abhebt, wenn wir landen, wenn wir das erste Mal neue Gerüche in der Nase haben und fremde Sprachen hören, wenn wir mit Auto und Zelt unterwegs sind und sich unser Herz überschlägt, weil wir mal wieder DEN Mega- Platz für unser Nachtlager aufgetan haben… wir sind Adrenalinjunkies und wir sind Reisejunkies. Wir brauchen: REISEADRENALIN! Du auch?

Senf dazu geben? Her damit!