Indonesien: TRAUMZIEL BALI? Es geht auch anders…
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Indonesien: TRAUMZIEL BALI? Es geht auch anders…

Hast du dich erschrocken, als du unseren etwas kritischen Teil 1 unseres Bali- Aufenthaltes gelesen hast?

Lange haben wir überlegt, ob wir das wirklich so schonungslos schreiben können. Aber bei all den verklärenden, idyllischen Berichten, die wir im Vorfeld aufgetan hatten, fanden wir es dann doch wichtig, unsere Eindrücke so wiederzugeben, wie sie waren. Doch nicht alles, was wir dort erlebt haben war Müll (im wahrsten Sinne des Wortes).

Und so kommt nun hier die Fortsetzung unseres Bali- Reiseberichts. Traumziel Bali – wird das doch noch was?


Du hast Teil 1 noch nicht gelesen? Dann hier entlang ❎ Traumziel Bali?

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Nach dem schonungslosen Erlebnis am Abend sind wir erst einmal satt. Der morgige Tag verbleibt uns noch und fast der ganze darauf folgende. Abends um 22.00 Uhr wird der Flieger uns nach Doha bringen.

Für den morgigen Tag haben wir keine Pläne. Wir hatten noch versucht, durch die Touristenbüros in der Umgebung zu stromern- aber die hatten bereits geschlossen, als wir von unserer nachmittags- Erkundungstour zurück kamen. Vielleicht schauen wir mal, wo wir spontan einen Roller her bekommen.

Auf dem Weg zur Unterkunft sitzen einige Taxifahrer und warten auf Arbeit. „Taxi? Taxi?“ Schalt es uns entgegen. Brauchen wir nicht. Denken wir. Ahhh- brauchen wir doch! Denken wir dann.

Wie viel kostet es, wenn du uns einen Tag herumfährst?

Fragen wir einen von ihnen, der sympathisch lacht.

600.000 Rupien.

Wir schauen uns an. Für so einen Touri- Ausflug zahlen wir das schon halbtags pro Person wenn wir im Homestay buchen. Wir finden den Preis fair und handeln erst einmal nicht. Schnell ist die Karte herausgeholt und auf der Motorhaube ausgebreitet. Er will uns zum Schmetterlingspark und Affenwald fahren. Mehr schaffen wir nicht an einem Tag, meint er.

Wir stöbern durch unseren Reiseführer. Affen haben wir schon so viele in freier Wildbahn gesehen und Schmetterlinge? Hm. Wir schauen uns einige Highlights im Loose an und suchen sie auf der Karte.

Zu viel. Schüttelt der Taxifahrer den Kopf. Aha. Jetzt müssen wir doch handeln- um das, was wir für die 600.000 Rupien bekommen. Schließlich einigen wir uns darauf, dass wir übermorgen erst einmal das Inland erkunden und wenn wir es noch rechtzeitig schaffen, wird er uns zum Kloster Tanah Lot fahren und anschließend am Flughafen absetzen. Er ist zuversichtlich, dass wir Tanah Lot zeitlich nicht mehr ins Programm bekommen und er viele Ruhepausen zwischendurch einlegen kann, wir haben sein Wort, dass er uns doch dort hinfährt, sollte es noch passen. – Gleichzeitig haben wir auch noch unseren Flughafentransfer im Sack und den letzten Tag sinnvoll verbracht. Alle zufrieden.

Den nächsten Tag verbringen wir also entspannt in Jimbaran. Stromern durch die Gassen, machen eine Supermarkttour und schauen, was es in der Auslage alles leckeres gibt, kaufen frische Drachenfrüchte von einem Straßenstand und bummeln durch einen wunderschönen Tempel, der gerade geöffnet hat.

Die Atmosphäre ist sehr entspannt und zum Teil angenehmer als auf Java. Vielleicht auch, weil hier alles so grün ist und die vielen kleinen Tempel und bunten Opfergaben überall so einladend exotisch wirken.

Noch einmal wagen wir uns zum Strand. Die Flut hat sich die Müllreste vom Vortag zurückgeholt. Doch als Miri mit den nackten Füßen durch das Wasser schlendert, verfangen sich immer wieder diese fiesen kleinen Mülltütchen zwischen ihren Beinen, die wir hier aus den Obstabteilungen in den Supermärkten kennen. Eigentlich müsste man die abschaffen… darf man sein Obst da gar nicht mehr rein packen… denken wir uns. Wir legen uns etwas in den warmen Sand und dösen.

Als sich der Tag dem Ende zu neigt, kehren wir noch einmal in das Fischrestaurant vom Vorabend ein. Unser Taxifahrer sitzt wieder auf den Stufen.

„Morgen alles klar?“ Ruft er uns zu. „Acht Uhr!“ bestätigen wir ihm und winken herüber.

Etwas wehmütig denken wir daran, dass sich unser Urlaub dem Ende zuneigt. Über 4 Wochen sind wir nun schon unterwegs. Ein langer Tag in Taipeh, den Miri eher schlecht als recht mit einem halben Hörsturz verbrachte, weil sie aufgrund ihrer Erkältung den Druckausgleich der Landung nicht vertragen hatte… jetzt wirkt er wie ein Start in eine andere Welt. Lärmende, rempelnde Taiwanesen, mit der Seilbahn auf den Maokong, in der heißen Sonne dösen und dabei ein eingelegtes, schwarze Soyaei essen… Dann die Zeit in Myanmar. Sofort haben wir uns dort wohl gefühlt- und so frei mit dem Rucksack auf dem Rücken! Die beeindruckende Tempelstadt Bagan, die coole Trekkingtour zum Inle- Lake, der Mount Popa mit seinen unzähligen Affen. Singapur! Der krasse Gegensatz! Sauberkeit, Modernität, westliches Flair überall und hinter jeder Ecke etwas zum Stauen. Und dann schließlich Indonesien, das so vielfältig erscheint, als wären es mehrere Länder in einem. Jede Insel ein neues Abenteuer! Dschungeltour, Vulkanbesteigung und Canyoning auf Java, die riesengroßen Komodo Warane auf Flores… und jetzt? Jetzt sind wir hier. Auf Bali, die man auch die Insel der Götter nennt.

Gedankenverloren starren wir auf´s Wasser. Ausreißen? Einfach immer weiter reisen? Die Sehnsucht ist groß. Viele Backpacker haben wir getroffen, die schon ein ganzes Jahr unterwegs waren. Job gekündigt und los. Das wär was für uns! Denken wir kurz. Aber dann… Wovon leben? Na gut, jobben geht überall. Aber was ist mit Krankenversorgung? Was ist mit Altersvorsorge? Was, wenn mit 60 plötzlich der Wunsch nach einem ruhigen und geregelten Leben aufkommt und dann keine Rücklagen dafür da sind? Um Ortsunabhäng und international zu arbeiten haben wir nicht das richtige gelernt. Unsere Jobs verlangen Präsenz am Arbeitsplatz. Und unsere Jobs machen uns im Grunde genommen auch echt Spaß.

Also: zurück gehts- ab nach good old Germany. Aber vorher: Sightseeing Bali und danach: noch ein cooler Tag in Doha! 😀

Der Morgen bricht an. Die Rucksäcke stehen gepackt im Frühstücksraum. Um acht begeben wir uns wie besprochen vor die Unterkunft. Zu unserem Erstaunen ist der Taximann schon da. Pünktlichkeit hätten wir hier irgendwie nicht erwartet. Kurz überlegen wir, ob wir ihm trauen können, wenn wir die Rucksäcke zwischendurch im Kofferraum lassen, oder ob wir sie einfach überall mit schleppen sollen, wo wir aussteigen. Wir beschließen, das Risiko mal einzugehen. Pässe und Wertgegenstände haben wir ja eh immer in unseren Umhängetaschen. In Myanmar hatten wir die großen Rucksäcke schließlich auch für zwei Tage aus der Hand gegeben, als wir die Trekkingtour unternommen hatten.

Als erstes wollen wir zu den Reisterassen nach Tegagalang. Ehe wir dort ankommen, machen wir halt an der Tempelanlage Pura Gunung Kawi in der Nähe von Ubud. Das war eine Idee des Fahrers, die sich als echt klasse herausstellte! Machen wir uns nichts vor: er wird am Eintritt mitverdient haben- aber egal.


Pura Gunung Kawi

Hier ist es angenehm ruhig. Zusammen mit drei anderen sind wir die einzigen Touristen. Wir freuen uns über den spontanen Abstecher.

Tempel Pura Gunung Kawi
Stand eigentlich nicht auf unserer Liste- auf deiner sollte er stehen: Tempel Pura Gunung Kawi
Pura Gunung Kawi
Der Mann trägt Rock hier…
Miri Pura Gunung Kawi
…die Frau ein rotes Band um die Hüfte

Tegalagang

Die Reisterrassen sind atemberaubend. Aber auch hier macht sich der Tourismus breit. An jeder Ecke in Szene gesetzte „Arbeiter“ die zwei Dollar pro Foto nehmen, Verkaufsstände, Cafes… wir sitzen ein wenig auf der Mauer und genießen den Ausblick. Der Taximann hatte nicht mit uns gerechnet, als wir kurz darauf zurück zum Wagen kommen.

Tegalalang
Wunderschön! Die Reisterrassen von Tegalalang
Frau an den Reisterrassen
Ist das der Preis für die „Kotzfrucht“? Nein. Das ist der Preis für ein Foto von ihr… mit Kotzfrucht.

Gunung Batur

Weiter geht´s zum Gungung Batur, einem alten Vulkan. Das Wetter wird langsam diesig. Unser erster richtiger Regentag des ganzen Urlaubs.

Gunung Batur
Hier halten wir nur kurz. Zum Wandern keine Zeit, zum Souveniershoppen keine Lust.

Der Fahrer fragt uns, ob wir Lust hätten, eine Kaffeeplantage zu besichtigen. Sehr cool! nicken wir begeistert. Euphorisch preist er uns den bekannten Bali Coffee an. Der sogenannte Kopi Luwak besteht aus Exkrementen von Schleichkatzen. Kaffeekirschen werden von den Katzen gefresssen und hinterher wieder ausgeschieden. Anschließend bereitet man hieraus den bekannten Kaffee. (mehr auf Wikipedia)

Klingt etwas unappetitlich? Fanden wir auch.

Wir rechnen mit weiten Feldern und einer Art Fabrik. Was sich uns auftut ist eine Art Park. Freundlich begrüßt der Taxifahrer die Inhaber. Wir bekommen eine Führung durch die Anlage. Es ist wohl doch auch eher so ein Touristending. In enge Käfige gepfercht zeigt man uns einzelne Schleichkatzen und erklärt uns, wie genau der Kaffee produziert wird. Wir sind wenig begeistert. Die Tiere tun uns leid. Einen aromatisierten Kakao dürfen wir kosten, der- zugegeben- hervorragend schmeckt. Anschließend geht´s zum Shop. Nein. Kaufen möchten wir hier nichts. Wir geben dem Mädel ein Trinkgeld und verabschieden uns. ➡️ (Mehr Infos zum Kopi Luwak findest du übrigens auch bei Anja von Travel on Toast, die ebenfalls eine Kaffeeplantage auf Bali besucht hat.)

Dann lieber Tanah Lot. Wir haben etwas, womit unserer Fahrer wahrlich nicht gerechnet hat: Zeit. Wir sind halt nicht die Souveniershop- Bummler.


Tanah Lot

Wir sind super glücklich, dass wir es noch bis hierher geschafft haben. Tanah Lot sollte unser Bali Highlight werden. Dazu sei gesagt: ja, auch hier ist es mega touristisch. An einen riesigen Parkplatz reihen sich noch einmal so riesige Verkaufsflächen für Souvenirs jeder Art. Die Anlage ist aber sehr schön und grün angelegt. Hier lässt es sich gut spazieren gehen und in der Sonne sitzen, denn die Touristenströme verlaufen sich auf der großen Fläche. Zwei Stunden haben wir nun noch, die wir nutzen, um uns ganz in Ruhe umzuschauen und dann doch noch mal durch die Souvenierstände zu bummeln, auf der Suche nach etwas schönen für die Lieben zu Hause.

Tanah Lot
Leider sehr touristisch- aber dennoch unser Must-Have-Seen auf Bali
Miri Tanah Lot
Die Menschenmassen verlaufen sich außerhalb der Gassen sehr gut – Zeit zum Genießen!
Andy Tanah Lot
Wer mag, darf noch Schlangen streicheln…

Zur verabredeten Zeit treffen wir uns mit dem Taximann am Parkplatz. Nun wird er uns zum Flughafen bringen. Ein wenig freuen wir uns schon. Auf zu Hause, auf Skar… aber ein bisschen wehmütig sind wir auch und nehmen uns vor, unseren letzten Tag, den wir in Doha verbringen werden, in den vollsten Zügen zu genießen…

Tschüss Bali. Wir haben uns mit dir versöhnt…


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Verfolgen Andy und Miriam:

Wir sind Andy und Miriam und wir sind reisesüchtig! Nach der Reise ist für uns vor der Reise! Wir brauchen diese Vorfreude, diese Spannung, ehe es zum nächsten Reiseziel geht! Wir brauchen, das Adrenalin, das uns durch die Adern rinnt, wenn wir bei der Flugsuchmaschine auf „buchen“ klicken, wenn der Flieger abhebt, wenn wir landen, wenn wir das erste Mal neue Gerüche in der Nase haben und fremde Sprachen hören, wenn wir mit Auto und Zelt unterwegs sind und sich unser Herz überschlägt, weil wir mal wieder DEN Mega- Platz für unser Nachtlager aufgetan haben… wir sind Adrenalinjunkies und wir sind Reisejunkies. Wir brauchen: REISEADRENALIN! Du auch?

3 Antworten

  1. magdalenagajewski
    | Antworten

    Hallo Andy und Miriam,

    sehr schönen und ausführlichen Artikel zu Bali habt ihr da. Und ich bin froh, dass ihr euch mit Bali aussöhnen konntet. Wir waren diesen Jahr auch 3 Wochen dort und vielleicht haben sie da Müllproblem speziell in Jimbaran etwas in den Griff bekommen, denn bei uns sah es bei Flut überhaupt nicht so aus.

    Viele liebe Grüße
    Magdalena

    • Andy und Miriam
      | Antworten

      Hi Magdalena, vielen Dank für das liebe Feedback! 😊❤️ Das Müllproblem scheint in der Tat Strömungsabhängig zu sein. Am Vormittag und am nächsten Tag war damals davon auch nicht so viel zu sehen… Wir persönlich glauben daher nicht, dass Indonesien das Müllproblem im Griff hat, wie leider so viele andere Orte/ Länder auf der Welt auch nicht.
      Insgesamt glauben wir aber in der Tat, dass man auf Bali auch wirklich eine klasse Zeit haben kann. Unser persönliches Reisehighlight war es einfach nicht… aber wenn man noch nicht dort war ist es in unseren Augen trotzdem eine Reise wert! 😊
      Ganz liebe Grüße dir und einen tollen Wochenstart! 🙋

      • magdalenagajewski
        |

        Da hast du wahrscheinlich Recht und wir hatten mit der Strömung Glück. Ich war aber ganz erstaunt, dass es gerade in der Nähe von Jimbaran und auch auch Semniyak früh morgens kleine Aufräumtrupps – teilweise mit nem echt großen Müllauto gab. Zumindest ist das ganze etwas ins Bewusstsein gerückt. Aber ja, das Müllproblem besteht ja leider überall.

        LG
        Magdalena

Senf dazu geben? Her damit!