Indonesien: Traumziel Bali – lohnt sich ein Urlaub auf der Insel der Götter? Teil 1
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Indonesien: Traumziel Bali – lohnt sich ein Urlaub auf der Insel der Götter? Teil 1

Bali ist das mit Abstand beliebteste Ziel Indonesiens, denn sie hat schlichtweg alles zu bieten, was das Touristenherz höher schlagen lässt…

 

So beginnt das Kapitel Bali in unserem Loose Reiseführer.

Das weckt hohe Erwartungen in uns für die letzten Tage unseres Urlaubs.

Wir kommen gerade von Flores, wo wir die riesigen Komodo- Warane besucht hatten. Vollgepackt mit Eindrücken unserer jetzt schon 4 wöchigen Reise erreichen wir unsere Unterkunft in Jimbaran. Ob die restlichen Tage Urlaub auf Bali all das wirklich noch toppen können? Wir sind gespannt.

Die Unterkunft

Von Flores aus hatten wir am Tag zuvor ein Zimmer in der Villa Puri Royan reserviert. Etwas verwöhnt sind wir noch vom 4 Sterne Luxus der vergangenen Tage, den wir uns einfach mal zum Nebensaison Schnäppchenpreis gegönnt hatten, aber die Unterkunft erfüllt all unsere Ansprüche ganz wunderbar. Sicherlich sind die Fotos im Internet etwas geschönt, alles ist etwas in die Jahre gekommen, mittlerweile. Aber die Zimmer sind gut, das Frühstück ist gut, der Pool ist sauber und der Strand befindet sich mal eben 100 Meter über die Straße. Perfekt!

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Der Blick aus unserem Fenster - wir finden´s klasse!
Der Blick aus unserem Fenster – wir finden´s klasse!
Am Pool fühlen nicht nur wir uns wohl...
Am Pool fühlen nicht nur wir uns wohl…

Der Ort

Jimbaran bot sich für uns als der perfekte Ausgangsort an. Nahe am Flughafen und doch etwas abseits des Trubels in Kuta würde sich fast jede Ecke der Insel gut bereisen lassen. Ob wir eher nach Süden wollen, um uns die bekannten Surfstrände anzuschauen oder in den Norden zu den Reisetrassen und ins satte Grün- das wussten wir noch nicht. Erst einmal ankommen.

Der kleine Fischerort ist vor allem bekannt für seine sich Kilometer weit am Wasser entlang ziehenden kleinen Seafood-Restaurants und seinen schönen Strand, der sich wegen der geringen Meeresströmungen perfekt zum Baden eignen sollte. Romantisch sollte es in der Abenddämmerung zugehen, wenn die Restaurantbetreiber ihre Tische in den Sand ans Wasser stellen und du dir beim Essen das kühle Nass der Flut um die Beine spülen lassen kannst.

Wenn du gut zu Fuß bist, läufst du die Bucht hoch gen Norden  bis du zum Kedonganan Fischmarkt kommst, woher die Restaurants ihren frischen Fisch beziehen. Dessen Auswahl sollte schier überwältigend sein.

Soweit der Plan.

 

Der Praxistest

Es ist Mittag als wir unsere Unterkunft erreichen. Zweieinhalb Tage hatten wir nun noch um die Insel zu erkunden- nicht viel leider. Wir haben uns entscheiden, dass wir auf jeden Fall ein paar schöne Reisetrassen sehen und das Inland besuchen möchten. Es scheint hier deutlich sauberer zu sein als auf Java. Überall säumen kleine hinduistische Opfergaben die Straße. Das Ganze wirkt freundlich und einladend.

Die in der Unterkunft zu buchenden Ausflüge erscheinen uns recht teuer. Viele Dinge kombinieren sie- vieles davon möchten wir nicht unbedingt sehen. Der gemeinsame Abschluss in einem Restaurant bei Sonnenuntergang mit Blick auf Tanah Lot- ein bekanntes Kloster? Puh… geht es uns durch den Kopf. Das klingt nach Kaffeefahrt wo sich hinterher jeder um den besten Platz am Panoramafenster prügelt. Nichts für uns. Wir beschließen erst einmal zum Strand zu gehen. Uns wird schon noch etwas einfallen. Notfalls mieten wir einfach einen Roller und kurven selbst durch die Gegend.

Der Strand ist schön! Wir stürzen uns in die Wellen. Wir können nicht sagen, dass es hier schöner ist als zum Beispiel in Pangandaran auf Java, wo wir drei Tage verbracht hatten, aber wir genießen die letzten Tage in der warmen Sonne in vollen Zügen. Schon bald würden wir wieder daheim im februarkalten Deutschland sitzen.

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Der Strand ist so, wie man sich einen Strand auf Bali vorstellt
Der Strand ist so, wie man sich einen Strand auf Bali vorstellt
Yeah! Wellentoben! :-)
Yeah! Wellentoben! 🙂

 

Zurück in der Unterkunft machen wir es uns dann noch einmal im Pool bequem. Ein stolz seinen Bierbauch präsentierender Tourist verschwindet mit zwei jugendlichen Einheimischen auf seinem Zimmer.

Krasses Kino

denken wir. Sieht aus wie ein Thailand-Klischee- ist es aber nicht. Als er einige Zeit später wieder heraus kommt, hängen wir noch immer im Wasser.

Ah, ihr seid auch Deutsche, habe ich gerade gehört. Ich bin der Hans. Ich bin hier Stammgast.

Aha

Meine Familie in Deutschland findet das nicht so toll, die haben gebrochen mit mir, wegen meiner beiden Freundinnen, die ich hier immer besuche.

Wir bekommen ein wenig Mitleid. Geben und Nehmen. Wenn die drei sich gut verstehen…

Ich geb euch mal nen paar Tipps. Die hauen euch nämlich schnell hier über´s Ohr, denen müsst ihr sofort zeigen, wer hier der König ist- der Gast nämlich, und das seid ihr!

Ahhh, das Mitleid verschwindet gerade wieder. Stolz erzählt Hans, wie er seine Mädels beeindruckt und wie kindlich naiv sie sind und wie unerfahren… Wir merken: auch in Deutschland ist Hans der König. Wenn er seine Mädels nämlich zu sich nach Hause einlädt und ihnen die große weite Welt zeigt.

Ja ich zahle denen mal eben die Flüge, das kostet ja für die hier ein Vermögen, dann sollen die auch mal schön dankbar sein.

fährt er fort. Miri kann es gar nicht glauben.

Sag mal, wir hatten überlegt, uns massieren zu lassen. Kennst du hier einen guten Laden?

Klar kannte Hans den.

Aber bloß drauf achten, dass die nicht zu früh aufhören. die sollen ruhig die Stunde voll machen. Aber deine Kleine, die würde ich auch gerne mal massieren.

Miri wird schlecht. Verzückt ironisch klimpert sie ihm zu.

Abends zieht es uns zum Strand. Hans hatte uns ein Restaurant seiner Freundin (Nr. 3) empfohlen. Wir prüfen den Fisch in der Auslage. Gut sieht der aus. Die Preise jedoch treiben uns Tränen in die Augen. Hatten wir auf Java und Flores um die 70.000 Rupien für das komplette Essen (ebenfalls frischer Fisch vor unseren Augen zubereitet) bezahlt, schlug hier eine einzige Portion ohne Beilage und Getränk schon mit dem gleichen Betrag zu buche. Das Restaurant jedoch wirkt freundlich und einladend.

Weiter hinten winkt uns Hans freudig zu. Er sitzt – wie könnte es anderes sein – an Tisch Nummer eins.

Ich sitze immer an Tisch Nummer 1. Das ist mein Tisch, wenn ich hier auf Bali bin. Die Nummer 1 für die Nummer 1, so muss das sein!

poltert er. Es dämmert noch nicht. Wir beschließen erst einmal den Strand weiter hinunter zu schlendern zum Fischmarkt.

Während der Stunden, die wir im Hotel verbracht haben, hatte sich das Wasser zurückgezogen. Nur wenige Meter weiter entdecken, wir, was es freigegeben hat: Tonnen von Müll und Dreck. Dazwischen einige tote Fischreste.

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Panorama mal anders
Panorama mal anders

 

Die Sonne beginnt unter zu gehen. Wir schlängeln uns zwischen den dutzenden Restaurants und dem leise im Takt der sanften Wellen wippenden Müll durch den Sand. Zu unserer linken stehen unzählige asiatische Urlauber knöcheltief in der Jauche um ein traumhaftes Sonnenuntergangsselfie von sich selbst und seinen Liebsten zu machen. Rechts von uns bedrängen uns immer wieder geschäftige Kellner, doch auf jeden Fall in IHREM Restaurant Platz zu nehmen, denn ihres sei schließlich das Beste.

Not here! There´s so much rubbish here, that´s awful!

wehren wir ab. Vielleicht kommen sie so einmal auf die Idee, etwas für den Umweltschutz vor Ort zu machen.

That´s not our rubbish- it´s all coming from Java

keift uns einer der Männer an.

Uns egal. Fakt ist: wir werden uns hier nicht an einen Tisch im Sand setzen, wenn 100 Meter weiter eine halbe tote Seeschlange eingebettet von Plastiktüten vor uns im Wasser treibt.

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Bühne frei für das Sonnenuntergangs-Selfi
Bühne frei für das Sonnenuntergangs-Selfi

 

Der Fischmarkt kommt in Sichtweite. Mit ihm ein riesengroßer Müllberg am Strand, in dem Kinder laut quietschend spielen und sich kaputtlachen. Zwei Restaurantbesitzer gehen an ihm vorbei Richtung Wasser und entleeren vier Eimer mit einer brauen, schäumenden Brühe im Meer.

Klar! Kommt alles von Java rüber…

denken wir uns. Zahlreiche Angler sitzen auf der Mole und versuchen ihr Glück. Ihre Köder schwimmen zwischen treibenden Gläsern und Plastikflaschen. Uns vergeht der Appetit auf frischen Fisch.

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Miri findet´s ganz schön ekelig- die Kinder offenbar nicht
Miri findet´s ganz schön ekelig- die Kinder offenbar nicht

Wir beschließen, erst einmal über den Markt zu schlendern- so etwas lieben wir! Üble Gerüche ziehen umher. Andy hat keine Lust mehr- und das soll schon etwas heißen.

Ein paar Meter weiter kann man bunte Küken kaufen. Während wir uns noch fragen, wie man wohl die bunte Farbe in das Gefieder der lebenden Küken bekommen hat, lässt ein kleines Mädchen, vielleicht fünf Jahre alt, eines der Jungtiere versehentlich fallen. Macht nix. Das Tier hat überlebt. Außerdem sind ja noch genug andere da.

Desillusioniert machen wir uns auf den Rückweg.

Bei uns am Strand war es doch noch am saubersten und irgendwo würden wir schließlich irgendetwas essen müssen. Die Flut beginnt langsam sich den Strand zurückzuerobern. Leise plätschern die Wellen über die Müllreste und vereinnahmen sie Stück für Stück.

Wir halten kurz an, um einen frischen Maiskolben von einem fliegenden Händler zu kaufen. Lecker! Gedankenverloren starren wir auf die Restaurantmeile, wo nun Frauen in traditionellen Gewändern die Hüften schwingen. Die Tische sind bis zum letzten Platz besetzt. Beifall ertönt jedes Mal, sobald die Musik kurz verstummt.

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Bali 6 (1 von 1)
Leckere Maiskolben am Strand – wenigstens in biologisch abbaubarer Verpackung…

 

In Hans´Stammrestaurant lassen wir uns schließlich nieder. Wir sitzen an Tisch 12.

Als uns der fangfrische Fisch und ein kühles Bier serviert werden, graben sich unsere nackten Füße in den weichen Sand. Schon bald wird uns das kühle Nass der Flut um die Beine spülen…


 

…to be continued.


 

Werden wir uns mit der Insel der Götter noch versöhnen können? Was meinst du? Wenn du wissen willst, wie es weiter geht und was wir auf Bali sonst noch erlebt haben, dann abonniere schnell unseren Blog und verpasse keinen neuen Artikel mehr:

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Verfolgen Andy und Miriam:

Wir sind Andy und Miriam und wir sind reisesüchtig! Nach der Reise ist für uns vor der Reise! Wir brauchen diese Vorfreude, diese Spannung, ehe es zum nächsten Reiseziel geht! Wir brauchen, das Adrenalin, das uns durch die Adern rinnt, wenn wir bei der Flugsuchmaschine auf „buchen“ klicken, wenn der Flieger abhebt, wenn wir landen, wenn wir das erste Mal neue Gerüche in der Nase haben und fremde Sprachen hören, wenn wir mit Auto und Zelt unterwegs sind und sich unser Herz überschlägt, weil wir mal wieder DEN Mega- Platz für unser Nachtlager aufgetan haben… wir sind Adrenalinjunkies und wir sind Reisejunkies. Wir brauchen: REISEADRENALIN! Du auch?

4 Antworten

  1. Sabi
    | Antworten

    Halleluja… Und ich dachte schon in China liegt viel Müll, aber das hier übertrifft es noch um einiges. Das ist einfach so schlimm, echt schockierend. Und die Geschichte von dem Deutschen…

    • Die Bilderbummler
      | Antworten

      Ja, wir hatten nach all der sensationellen Zeit in Asien gerade auf Bali einfach einen schlechten Start… Das war echt schade. Uns hat es einmal mehr gezeigt, dass man im Supermarkt vielleicht doch eher mal auf diese Obsttütchen und Einweg-Einkaufstaschen verzichten sollte. Das macht Balis Strände vielleicht nicht Müllfrei- aber einer muss ja damit anfangen…

  2. Igor (7 Kontinente)
    | Antworten

    Hallo zusammen
    Uff, heftiger Beitrag! Da habt ihr wohl einen nicht so tollen Ort erwischt! Ich bin mir aber sicher, dass Bali auch viele grossartige Hotspots hat und ihr diese im zweiten Teil gefunden habt.
    Ich bin sehr gespannt!
    Grüsse, Igor

    • Die Bilderbummler
      | Antworten

      Hi Igor, ja, es blieb auch für uns spannend… 😉 Wir hatten wirklich lange überlegt, ob wir das so schreiben wollen, aber bei aller Schönheit, die Indonesien und generell viele Länder in Asien zu bieten haben, finden wir, muss man tatsächlich auch mal auf das Müllproblem hinweisen, das es dort de facto gibt. So lange es dort Kinder lustig finden, im Dreck zu spielen und selbst schon im Grundschulalter Plastikflaschen einfach über die Brüstung ins Meer werfen, können wir hier in Europa auch noch so viel Mülltrennung und Recycling betreiben- es wird die Ozeane nicht retten…

Senf dazu geben? Her damit!