INDONESIEN: Gefunden … die Komodowarane auf Flores
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INDONESIEN: Gefunden … die Komodowarane auf Flores

Du hast den ersten Teil verpasst? Dann lies erst hier: Auf der Suche nach den letzten Drachen – Tipps für den Komodo Nationalpark

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Die Kosten für unsere Indonesien-Tour findest du hier: Indonesien- alles, was du wissen musst


 

Heute ist es soweit! Heute geht´s auf zum Waranwatching!

Aufgeregt sitzen wir am Frühstückstisch. Seit drei Wochen waren wir nun Low-Budget unterwegs. Unser tägliches Morgenmahl bestand in der Regel aus den hier in Indonesien obligatorischen zwei Scheiben Toast, Marmelade, einem Ei und einer Banane.

In unserer Premiumunterkunft hier auf Flores jedoch konnte nun geschlemmt werden. Es gab süßes Gebäck, verschiedene Brotsorten, Saft, Tee, Joghurt und Wurst.

Dennoch bekommen wir irgendwie nichts runter. Letzte Woche hatten wir in Pangandaran ein britisches Pärchen getroffen, das uns von über drei Meter langen Waranen erzählte. Würden wir sie heute sehen? Die legendären Komodowarane?

Überpünktlich erreichen wir den Treffpunkt – was natürlich, wenn du in einem Asiatischen Land unterwegs bist, total schwachsinnig ist. – Es war noch niemand da. Es kam auch erst einmal niemand. Etwa 15 Minuten später gesellt sich ein argentinisches Pärchen zu uns. Neidvoll schaut Miri auf die in knappen Hot Pants steckenden knackig braunen Beine des Mädels. Die grell neon Pink farbenden Nikes bildeten einen tollen Kontrast dazu. Zum Sonnen waren wir in den letzten drei Wochen irgendwie noch nicht so recht gekommen- na ja… wir hatten ja noch 1,5 Wochen vor uns.

„I love your shoes!“

lächelte sie das Mädel an, und schon war das Eis gebrochen. Plötzlich vibriert Miris Handy.

„Schau mal, das ist Theo! Er ist im gleichen Hotel wie wir abgestiegen! Ich frag ihn mal, ob er noch spontan mitkommen will.“

„Ja cool!“

jubelte Andy und freute sich über die männliche Verstärkung.

Theo, den Kanadier, hatten wir vor ein paar Tagen auf dem Bromo kennengelernt und uns sofort super verstanden. Wir erzählten ihm von unseren Plänen und da er selbst noch keine hatte, tauschten wir Nummern aus, für den Fall, dass er uns nach Flores folgen wollte.

„Er kommt! Komm wir klären das mal eben mit dem Guide.“

Der Inhaber des kleinen Touristen-Büros war nun auch da. Er freute sich natürlich über einen zahlenden Gast mehr und gleichzeitig wurde das Boot für uns ein bisschen günstiger. Perfekt! Wenige Minuten später kam er schon um die Ecke geradelt.

Wir waren komplett.

Nun ging es hinterm Haus eine schmale Treppe hinunter Richtung Hafen. Ein großes, komfortables Boot lag dort für uns bereit.

Boot Rinca

Die Überfahrt dauerte recht lang- über eine Stunde bestimmt. Es sollte nach Rinca gehen- eine kleine Insel im Komodo Nationalpark. Gerade weil Rica so klein ist, sagte man uns, sei dort die Chance auf die Riesenechsen besonders groß. Die Aufregung steigt!

„Schau mal, Krokodile gibt´s hier auch…“

Als das Boot schließlich anlegt, fällt unser Blick als erstes auf ein großes rotes Schild.

Eingangsschild

Ein Guide nimmt uns in Empfang und gibt uns eine kleine Einweisung. Das Betreten des Parks ohne Guide ist verboten und schlichtweg auch gar nicht möglich. Die Wege dürfen wir auf gar keinen Fall verlassen, denn überall im hohen Gras könnten Tiere lauern. Zusätzlich zu seinem Obolus müssen wir noch die Nationalparksteuer zahlen. Dafür werden wir auf der Rückfahrt aber auch noch ein paar Stunden Zeit zum Schnorcheln haben.

Im Park angekommen kannst du mehrere Touren wählen. Wir entscheiden uns für die 2 Stunden-Variante. im Gegensatz zu Theo und uns scheinen unsere Mitreisenden nicht so recht auf einen Fußmarsch vorbereitet zu sein. Der Engländer trägt Flip Flops, die schönen pink farbenden Nikes der Argentinierin zieren bereits erste braune Matsch-Streifen.

Wir erreichen die Hütten. Hier kann der Tourist shoppen und komfortabel seine Notdurft verrichten, ehe es auf in die Wildnis geht. Ach ja! Und ehe die Nationalpark- Steuer beglichen wurde, versteht sich.

Tipp

Die Steuer ist fix. Sie ist aber nur einmalig zu entrichten. Wenn du also zum Beispiel noch eine Tauchtour unternehmen willst, beware die Karte gut auf, damit du dort dann nicht noch einmal zahlen musst. Und lass dich nicht beirren! In unserem Fall wollten sie von dem Argentinischen Pärchen noch einmal abkassieren, obwohl sie die Karte vorlegen konnten. Als wir darauf bestanden, dann aber eine Quittung zu bekommen, wurden sie etwas ruhiger. Eigentlich zahlst du auch für jede Kamera einen kleinen Obolus. Hier ließen sie sich auf einen Gruppenrabatt ein, den wir dann unter uns miteinander verrechneten.

„Bleibt immer auf dem Weg! Und wenn ihr einen Drachen seht, haltet Abstand und ruft nach mir!“

der Guide ist im Gegensatz zu vielen anderen Reiseführern, denen wir hier schon begegnet sind, sehr gewissenhaft und vorsichtig. Mit einem großen Stock stampft er bei jedem Schritt kräftig auf den Boden.

„Gegen die Schlagen“

erklärt er uns. Gleichzeitig halte er damit die Warane auf Abstand.

Wir beginnen unseren Fußmarsch.

„Werden wir denn welche sehen?“

fragte Miri aufgeregt.

„Sure!“

der Guide lächelte wissend.

„Da!“

ruft er uns zu.

„Da ist einer!“

Wir müssen ein  wenig genauer hinschauen. Das Gras ist hoch, kein Grashalm raschelt. Unter einem Baum getarnt zwischen Grün liegt etwas auf der Lauer und schaut verkniffen durch kleine schwarze Punkte in unsere Richtung.

Drachen 4

„Geht nicht zu nah heran“

warnt uns der Guide und hält uns mit seinem Stab auf sicherem Abstand.

Wow!!! Dass wir so schnell einen der Drachen sehen würden- damit hatten wir nicht gerechnet! Kameras klicken, wir tuscheln aufgeregt.

Und schon wenige Meter weiter sehen wir den nächsten! Hier im Touristendorf liegen sie gerne im Schatten oder unter den Pfahlhäusern, dösen und warten auf Essensreste, die irgendwo abfallen, lernen wir.

Drachen 3

Drachen 2

Langsam und behäbig wandert unser zweites Fotomodel von dannen. Zu viel Trubel ist ihm das wohl alles. Wir interpretieren seinen Blick als genervt. – Vermutlich guckt er aber immer so.

Bei dem gelangweilten, schwerfälligen Anblick ist es kaum zu glauben, dass Warane tatsächliche erfolgreiche Jäger sind. Während die Jungtiere noch in der Lage sind, auf Bäume zu klettern, steht den ausgewachsenen Echsen irgendwann ihr eigenes Körpergewicht im Wege. In der Gruppe oder auch alleine suchen sie sich eine passende Malzeit aus. Leise umzingeln sie ihr Opfer oder tasten sich von Hinten heran. Ein Biss genügt oft um das tödliche Gift aus ihren Zahndrüsen in die Blutbahn des Opfers zu bringen. Entweder sie erlegen ihre Beute dann direkt, in dem sie es an den Hinterläufen zum Fall bringen, oder das verwundete Tier kann entkommen und stirbt in den nächsten Tagen an den Folgen der Giftinjektion. Das macht den Warnen aber in der Regel nichts aus. Sie sind auch begeisterte Aasfresser. Wenn es mal gar nichts auf die Gabel gibt, neigen sie notfalls sogar zu Kanibalismus.

Der Weg führt uns durch Wald und dichtes Gras. Der Untergrund wird matschig. Teilweise bleiben wir mit unseren Schuhen im Sumpf stecken. Die Flip Flops des Engländers kommen so langsam an ihre Grenzen. Er zieht sie aus.

„Mutig“

denkt sich Miri. Ihr Blick schweift umher. Auch, wenn der Guide vor uns kräftig mit dem Stock aufschlägt- einer Giftschlange möchte sie hier nicht barfuß über den Weg laufen.

Büffel

„Selten reißen die Drachen auch große Büffel, wie diesen hier.“

erfahren wir, als wir durch den Wald auf eine Lichtung treten. Hinter ein paar Büschen wedelt freudig ein Schwänzchen. An ihm hängt ein mächtiger Bulle mit dunkel glänzender Haut. Als wir das riesige Tier sehen, können wir es gar nicht glauben. Der Respekt vor den stillen, unauffälligen Echsen steigt.

Langsam macht sich auch die Mittagssonne bemerkbar. Es ist heiß, die Luftfeuchtigkeit hoch. Klatschnass geschwitzt bewundern wir einmalige Landschaften und schauen gespannt hinter jeden Busch. Vor uns schlängelt sich schnell etwas Grünes über den Weg.

„Green Cobra!!!“

ruft der Guide. Doch noch ehe wir die Abdeckung der Kamera entfernen können, ist sie in einem Astloch verschwunden. Verstohlen schaut Miri noch einmal hinunter zu den blanken Füßen des Engländers… der Blick wandert hoch… er wirkte entspannt. Alle Achtung.

Landschaft

Am Ende unserer Tour begegnen uns noch zwei Vorzeigeexemplare. Fällt dir was auf? Die gucken gar nicht so genervt, wie der auf dem oberen Bild. Man könnte auch sagen, sie haben echte Modelqualitäten. Und die Annahme, Warane würden immer alle gleich gucken wäre damit auch widerlegt. 😉

Drachen 5

Drachen 1

Eingang Rinca

Was für ein Tag! Was für eine Tour!

Und das sollte es noch nicht gewesen sein! Schnorcheln stand noch bevor. Miri war noch nie zuvor schnorcheln gewesen. Andy hatte vor Urzeiten seinen Tauchschein gemacht. Er wollte lieber mit den Bootsfahrern etwas Angeln. Da Theo aber begeisterter Taucher und hier in Indonesien noch auf der Suche nach riesigen Mantarochen war, bekam er von Andy den Auftrag, auf Miri aufzupassen, als das Boot auf einer kleinen Insel Nähe Rinca anhielt und unseren Trupp einfach mit ein paar Flossen und Schnorcheln aussetzte.

Da war sie wieder: die indonesische Leichtigkeit. Keine Einweisung, keine Abholuhrzeit, kein:

„Wer von euch hat noch Fragen?“

Läuft. Könnte man sagen. Und so erlebte Miri mit voller Begeisterung ihren ersten Schnorchelgang mit winzigen Clowns- und Doktorfischen, während Andy einen giftigen Kugelfisch aus dem Wasser zog.

„Ich verstehe das überhaupt nicht“

meinet Andy, als sie uns nach einiger Zeit wieder aufsammelten.

„Ich habe ihn rausgezogen, mich voll gefreut, aber noch ehe ich ihn vom Haken nehmen konnte, kamen sie total aufgeregt an und haben ihn getötet. Ich hätte ihn doch wieder schwimmen lassen, den armen Kumpel… „

Zu viel Angst hatten sie wohl vor dem kleinen Freund, können seine Zähne doch angeblich sogar Dosenblech durchbohren…

Angeln Rinca

 

Genusstipp

Wer nach ein paar Wochen Indonesien genug hat von Nasi Goreng und Co kann in Labuan Bajo als Alternative zum frischen Fisch vom Hafen im Made in Italy auch ganz hervorragend Italienisch speisen.

Es ist schon dunkel, als wir erschöpft unser Hotel erreichen. Theo hatte den Tipp bekommen, dass es an der Hauptstraße einen wirklich empfehlenswerten Italiener gebe. Wir schauen uns an. Etwas Europäisches Essenflair zwischendurch- das klang gut! Und so machten wir uns auf und wurden bei weitem nicht enttäuscht! Große Pizza, hauchdünner Boden, leckere Getränke- der Tag endete, wie er begann- sensationell!

Für zwei Pizzen, zwei Bier, einen Cocktail und zwei Sambuca zahlten wir rd. 25 EUR. – Asien halt…


 

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Was sagst du zu den Drachen? Hättest du gedacht, dass wir auf Rinca tatsächlich so viele von ihnen sehen? Oder dass sie sogar ganze Büffel erlegen können? Magst du auch mal nach Indonesien und hast Flores auf deiner Bucket List? Oder warst du schon einmal dort und kannst unseren Artikel noch ergänzen?

Was auch immer: Gib deinen Senf dazu! 😉

Alles Liebe und bis zum nächsten Mal

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Andy, Miri und Skar

Verfolgen Andy und Miriam:

Wir sind Andy und Miriam und wir sind reisesüchtig! Nach der Reise ist für uns vor der Reise! Wir brauchen diese Vorfreude, diese Spannung, ehe es zum nächsten Reiseziel geht! Wir brauchen, das Adrenalin, das uns durch die Adern rinnt, wenn wir bei der Flugsuchmaschine auf „buchen“ klicken, wenn der Flieger abhebt, wenn wir landen, wenn wir das erste Mal neue Gerüche in der Nase haben und fremde Sprachen hören, wenn wir mit Auto und Zelt unterwegs sind und sich unser Herz überschlägt, weil wir mal wieder DEN Mega- Platz für unser Nachtlager aufgetan haben… wir sind Adrenalinjunkies und wir sind Reisejunkies. Wir brauchen: REISEADRENALIN! Du auch?

Eine Antwort

  1. […] Lies jetzt hier Teil II: Waran watching — auf der Suche nach den letz­ten Drachen Teil II […]

Senf dazu geben? Her damit!