Ein Abend in… Marrakesch. Die Ankunft
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Ein Abend in… Marrakesch. Die Ankunft

18:05 Uhr. Jetzt heißt es Uhren umstellen, nämlich eine Stunde zurück. Der Ryanair-Vogel fliegt eine elegante Kurve zum Landeanflug. Vor uns liegt imposant das Atlasgebirge, unter uns, brauner Grund mit roten Häusern. Unzählige Felder mit symetrisch angeordneten Bäumen und Sträuchern tauchen im Blickfeld auf. Olivenbäume?

Als wir zum ersten Mal marokkanische Luft atmen, macht sich noch mehr Urlaubsstimmung breit. Das Klima ist mild und unglaublich angenehm.

Der gebuchte Transfer zum Diwane Hotel funktioniert reibungslos. Sofort erklärt uns der freundliche Fahrer auf französisch die Welt.

Mit einem holprigen „Nous ne parlons pas le francais tres bien, seulement un petit peu.“ versuchen wir ihm noch klarzumachen, dass sein Redefluss nicht voll zu uns durchdringt. Macht nichts.

Er beginnt nun noch beschreibend dazu zu gestikulieren. In 10 Minuten Fahrt vom Flughafen zu Hotel erfahren, wir, dass der Djemaa el Fna das Herz Marrakeschs ist, dass wir den Bus Nr. 1 direkt vom Hotel zum Platz nehmen können, anstatt bei einem der vielen Taxifahrer das Dreifache zu bezahlen, dass die Taxifahrer nur auf der Suche nach Touristen wie wir es sind sind und wir -er betonte es nochmal- besser den normalen Bus nehmen. Dann schreibt er uns noch die Fahrtzeiten auf: Nehmt den Bus um 19.15 Uhr, dann esst ihr schön auf dem Markt, schaut euch um, lasst euch unterhalten und nehmt den letzten Bus um 22.15 Uhr wieder zurück. „Aber“, fügt er dann noch hinzu „ich habe euch das mit den Taxis nicht gesagt.“ und deutet einen verschlossenen Mund an. Wir nicken.

Nach einer kurzen Fräse durch das Hotel-Buffet -wir hatten seit dem Frühstück nichts mehr zwischen die Zähne bekommen- machen wir uns auf zum Djemaa el Fna. Der Bus kommt wie versprochen, der Preis: 4 Dirham pro Person. Ein Taxi, wie man uns an der Rezeption erklärte, hätte 35 Dirham gekostet. Das läuft ja schon einmal wie geschmiert.

Und da ist er endlich. Der legendäre Platz, um den sich Marrakeschs Geschichten ranken. Nebel liegt in der Luft, immer wieder schießen blaue Funken in den Himmel, überall haben sich kleine Grüppchen gebildet. Der eine erzählt Geschichten, der andere bietet Fantaflaschenangeln an. Viele singen und tanzen, ein einziges Getümmel.

Rauchschwaden ziehen durch die Essensstände, überall schießen blaue Funken in die Luft, Menschen schieben sich durchs Getümmel. Magisch: der Djemaa el Fna am Abend
Rauchschwaden ziehen durch die Essensstände, überall schießen blaue Funken in die Luft, Menschen schieben sich durchs Getümmel. Magisch: der Djemaa el Fna am Abend

Für wirklich gute Fotos fühlen wir uns nicht bereit. Schnell ziehen wir die Nikons oder mal die Gopro und dann wieder ab damit in die Tasche. Nur nicht auffallen.

Wir schlendern durch die Gassen der Essensstände. Es ist ein bisschen ein Spießroutenlauf. Ein lächelndes „La Schukran“ zieht zwar beim zweiten Mal, aber drei Meter weiter steht schon wieder der Nächste. Hier gibt es Lammköpfe, Fleisch in allen Variationen, frisch und dampfend. Morgen wollen wir hier etwas essen und dann das Treiben in Ruhe beobachten, ohne sich um all die Werbenden herumzuschlängeln.

Was wir heute schon wollen: einen frisch gepressten Orangensaft schlürfen. An einem unauffälligen Stand halten wir an. Der Verkäufer lässt uns kostenlos testen. Wir entscheiden uns für einen Mix aus Orange, Grapefrucht und Zitrone ohne Zucker. 10 Dirham pro Person sollte das kosten. Wir haben noch kein Kleingeld. Andy reicht den 100 Dirham-Schein über die Theke- und bekommt 75 zurück. Erwartungsvoll gucken wir ihn an. „Kein Wechselgeld, kein Wechselgeld, kommt ihr morgen wieder zu mir, dann gebe ich euch den Rest zurück“ Komm, für 5 Dirham – umgerechnet knappe 50 Cent- machen wir hier keinen Aufstand. Aber eigentlich hätten wir das tun sollen. Touristennepp, und wir mitten drin? Bei nächster Gelegenheit wechseln wir erst mal in irgend einem seriös anmutendem Supermarkt, so dass wir künftig immer alles passend haben.

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Was du dir auf keinen Fall entgehen lassen solltest? Einen frisch gepressten Saft auf dem Djemaa el Fna.

 

An der Busstation dann das Unglaubliche. In einem Pulg Menschen warten wir darauf, einsteigen zu können. Aus dem Augenwinkel sieht Miri wie eine Hand schnell in die Seitentasche Ihrer Kameratasche gleitet und dann wieder heraus. Nur eine winzige Sekunde lang. Grundsätzlich macht das nichts, denn in den Außentaschen befindet sich natürlich nichts weiter als ein Kugelschreiber und die alte Busquittung. Hatte sie sich getäuscht? Sie linste weiter unauffällig nach rechts unten. Da, jetzt sah sie es ganz genau. Ein vielleicht 20 jähriger Junge glitt nochmal mit der Hand in die Seitentasche und fix wieder heraus. Vermutlich war er beim ersten Mal auf die Quittung gestoßen und vermutete nun tolle Beute dahinter- wie doof kann man sein??? „What are you doing with your Hand in my Bag?“ verwunderte Blicke. „Are you seaching for this?“ Miri fingerte den Busschein heraus. „You can have it. Do you want to have it?“ Nun hatte es auch Andy mitbekommen. „Ey, Police?“ guckte er ihn an. Ein Schwall arabischer Rechtfertigungen schlug uns entgegen. Wir waren an der Reihe und stiegen in den Bus. Der Typ verschwand in der Menge.

Wir waren zwar schon in vielen Großstädten unterwegs, wo man ja grundsätzlich immer vor Taschendiebstahl warnt, aber hier scheint es tatsächlich besonders wichtig zu sein, dass du einen Blick auf deine Sachen hast. Unsere Taschen-Beinahe-Diebstahl-Story sollte nämlich nicht die einzige in Marrakesch bleiben- doch mehr dazu morgen.

Für heute waren wir erst einmal ganz schon müde. Zurück im Hotel ließen wir uns in unsere Betten fallen und sanken direkt in einen tiefen, kuscheligen Schlaf…

Du willst erfahren, wie es weiter geht mit unserem Marrakesch-Städtetripp?

 

Lies morgen wie wir auf Störche und Cobras trafen, dass nicht jeder Marokkaner ein Schlitzohr ist und wo du den besten Ausblick auf den quirligen Djemaa el Fna genießen kannst.

 

Ein Tag in… Marrakesch: Von Störchen, Gauklern und Ganoven.

 

…Und hier kannst du unsere Fotos anschauen

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Verfolgen Andy und Miriam:

Wir sind Andy und Miriam und wir sind reisesüchtig! Nach der Reise ist für uns vor der Reise! Wir brauchen diese Vorfreude, diese Spannung, ehe es zum nächsten Reiseziel geht! Wir brauchen, das Adrenalin, das uns durch die Adern rinnt, wenn wir bei der Flugsuchmaschine auf „buchen“ klicken, wenn der Flieger abhebt, wenn wir landen, wenn wir das erste Mal neue Gerüche in der Nase haben und fremde Sprachen hören, wenn wir mit Auto und Zelt unterwegs sind und sich unser Herz überschlägt, weil wir mal wieder DEN Mega- Platz für unser Nachtlager aufgetan haben… wir sind Adrenalinjunkies und wir sind Reisejunkies. Wir brauchen: REISEADRENALIN! Du auch?

5 Antworten

  1. […] Hier findest du den ersten Teil unseres Reiseberichts und […]

  2. […] Wir fanden es immer etwas übertrieben, den Rucksack vorne zu tragen, nach unserer Erfahrung in Marrakesch denken wir uns jedoch: wenn es gerade nicht anders geht lieber wie ein vorsichtiger Touri aussehen, […]

  3. […] Ein Abend in… Marrakesch. Die Ankunft. […]

  4. Brigitte Howe
    | Antworten

    Hallo Ihr Lieben!
    Eine schöne HP habt Ihr, super Bilder und naürlich einen ganz tollen Hund. Ihr seid auch klasse! Wir wünschen Euch weiterhin viel Erfolg bei Euren Reisen. Weiter so!

    • Die Bilderbummler
      | Antworten

      Hallo Brigitte, schön dass Euch unsere Seite gefällt! Danke und ganz liebe Grüße! Andy, Miri und der tolle Hund 🙂

Senf dazu geben? Her damit!