Dänemark Nordwestjütland – viel mehr als Meer
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Dänemark Nordwestjütland – viel mehr als Meer

 

Mal Entspannungsurlaub. Das hatten wir noch nicht. Letztes Jahr im Juli waren wir ein Wochenende Zelten am Strand von Agger. Andy war schon öfters hier und kannte sich bereits gut aus. „Hier können wir ruhig mal richtig Urlaub machen“ meinte ich. Die schöne Landschaft und die Ruhe hatten es mir angetan.

Hanstholm - Andy Lorenz

Und so verbringen wir nun unseren ersten gemeinsamen Ferienhausurlaub hier oben in Hanstholm. Sport, spazierengehen, Bernsteine suchen, spielen, kochen, angeln (wobei das eher interessant in den warmen Sommermonaten ist) und die Umgebung erkunden steht auf dem Programm. Und hier sind unsere Infos für dich:

Geld und Währung

Wir sind in Europa. Die Geldversorgung ist wie zu erwarten kein Problem. Geldautomaten findest du in mit Deutschland vergleichbarer Häufigkeit. Hier kannst du am günstigsten mit deiner EC-Karte am Geldautomaten Bares abheben. Einige Banken bieten auch Kreditkarten an, mit denen du kostenfrei im Ausland Bargeld ziehen kannst. In der Regel sind beide Varianten deutlich günstiger, als Bargeld vor Ort, oder gar schon in Deutschland zu tauschen. Den aktuellen Wechselkurs findest du hier. Einige Geschäfte und Restaurants verlangen einen Aufschlag, wenn du mit EC – oder Kreditkarte bezahlen möchtest. Frag am besten immer vorher einmal kurz nach.

Unterkünfte

Unser Ferienhaus in Hanstholm haben wir über DanCenter gebucht. Hier hatten wir schon im letzten Jahr gute Erfahrungen mit unserem Haus in Norwegen gemacht und auch dieses Mal hat alles wieder reibungslos funktioniert. Wer früh bucht, kann sich zudem super Rabatte sichern. Auch für Camper und Naturfreunde gibt es hier vielerlei Möglichkeiten. Wer die klassische Campingplatzatmosphäre scheut, kann sich nachts auch ein gemütliches Zeltlager in den Dünen oder am Strand schaffen, sollte sich aber darüber im Klaren sein, dass Wildcampen hier eigentlich generell verboten ist. Uns stört das wie gesagt nicht. Wir achten jedoch auch immer penibel darauf, das Zelt lediglich zum Schlafen aufzubauen, keine Tiere zu stören und wenn wir gehen, keine Spuren zu hinterlassen- sprich all unseren Müll auch wieder sorgfältig einzusammeln und mitzunehmen. Wir finden es gibt nichts Schlimmeres, als seine Abfälle in der Natur herumliegen zu lassen. Wenn wir so etwas sehen, regt uns das echt auf.

Touren/ Ausflüge

Hanstholm:

Wer idyllische Sandstrände und verträumte Häfen sucht- der ist hier falsch. Optisch hat Hanstholm in der Tat auf den ersten Blick wenig zu bieten. Dennoch steht Hanstholm ganz oben auf unserer Jütland-Empfehlungsliste. Warum?

 

1.Natur:

Zwischen Klitmöller und Hanstholm erstreckt sich ein wunderschöner Wildpark mit sanften Hügeln, üppiger Heidelandschaft und vielen interessanten offen zugänglichen alten Bunkeranlagen. Ob du einfach gerne draußen in der Natur bist, Tiere beobachtest oder aber auf Erkundungstour durch verlassene Betonbauten gehen magst: hier gibt es auf jeden Fall etwas zu sehen für dich!

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Bunker in den Dünen - Miriam Brandt

2.Angeln:

Die Mole in Hanstholm ist ein beliebter Anglertreff. In den Sommermonaten ist hier der ideale Ort um leckere Makrelen und Plattfische zu fangen. Wer nicht angelt schaut sich das Spektakel einfach an. Ganze Familien sitzen zur Hochsaison mit ihren Klappstühlen und Tagesproviant an der Brüstung, jedes Kind- egal ob Junge oder Mädchen- eine Rute in der Hand. Einige Seemeilen vor Hanstholm befindet sich zudem das bekannte Gelbe Riff, wo du das ganze Jahr über sehr gut auf Dorsch angeln kannst.

3.Geschichte:

Im Museumscenter atmest du eindrucksvoll Geschichte des zweiten Weltkriegs. Das komplette Außengelände des Museums ist offenbar ganzjährig kostenfrei zugänglich. Hier sind auch Hunde erlaubt. Lediglich in das Museumsgebäude und in die Museumsbahn, die während der Ferien und der Sommermonate über das Gelände fährt, kannst du deinen Vierbeiner nicht mitnehmen. Um die Bunkeranlagen zu erkunden solltest du eine Taschen- oder Stirnlampe mitbringen.

Die Bunker und Geschützstände sind weitestgehend sich selbst überlassen und weder ausgeleuchtet noch irgendwie restauriert, was aber auch den eigentlichen Reiz der gesamten Anlage ausmacht und den Abenteuergeist weckt. Überall hat man Picknicktische aufgestellt, so dass Einheimische, wie auch Touristen dieses Gelände für Ganztags-Familienausflüge nutzen und neben den Betonriesen mit zweifelhafter Vergangenheit auch die schöne Natur mit seinen Dünen und Bäumen genießen. Irgendwie ja auch toll zu sehen, dass die Natur sich 70 Jahre nach all den schrecklichen Ereignissen alles nach und nach zurückerobert und aus ehemaligen Kampfstätten nun Orte friedlichen und entspannten Miteinanders geworden sind.

Museumscenter Hanstholm - Miriam Brandt

Museumscenter Hanstholm - Miriam Brandt

Klitmøller:

Kleines verträumtes Küstendorf. Besonders beliebt bei Surfern und Wassersportlern. Viel zu sehen gibt es hier nicht. Die Strände laden aber zu langen Spaziergängen ein; der ideale Ort wenn du entweder gerne Wassersport betreibst oder einfach nur abspannen möchtest. Einen super Abend haben wir im Fischrestaurant Niels Juel am „Hauptstrand“ verbracht. Hier gibt es innerhalb der Saison Sonntags und Dienstags ein reichhaltiges Fischbuffet für 149 Kronen pro Person mit allem Fischigen was das Herz begehrt in einwandfreier Frische und Qualität. Lecker!

Klitmöller - Miriam Brandt

 

Vorupør:

Auch hier kann man wunderbar angeln und/ oder surfen. In den Sommermonaten strömen viele Touristen in das kleine Örtchen. Jetzt Ende August wirkt Vorupör eher wie ausgestorben. Ganz neu ist das puristisch anmutende Meerwasserschwimmbad am Ende der „Promenade“. Sicher ein guter Anlaufpunkt für alle, die ein wenig Meerwasser schmecken möchten, ohne sich Brandung und Strömung auszusetzen. Für alle anderen erstreckt sich ein paar Meter weiter ein wunderschöner Strandabschnitt. Sehr zu empfehlen ist der Fischladen rechts vorm Strand am Ende des großen Parkplatzes. Fangfrisch kommt hier alles in die Thekenauslage, was die Nordsee zu bieten hat. Leckere Fischbrötchen und diverse geräucherte Fischsorten machen Appetit auf einen Snack zwischendurch.

 

Die Wanderdüne Rubjerg Knude:

Zwischen Lønstrup und Løkken findest du diese eindrucksvolle Erscheinung. Für uns nicht zu toppen ist nach wie vor die Dune du Pilat in Frankreich (größte „stationäre“ Düne Europas), hiermit kann Rubjerg Knude als größte Wanderdüne Europas in unseren Augen nicht mithalten. Dennoch solltest du dir dieses Naturspektakel nicht entgehen lassen, wenn du dich hier in der Nähe aufhältst. Das Besondere an dieser Wanderdüne ist, dass sie im Laufe der Jahre den noch immer zu sehenden 23 Meter hohen Leutturm mit vier Häuschen quasi „überwandet“ und zum Teil auch begraben hat.

 

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Wo Nordsee und Ostsee ineinander fließen – Skagen

Wunderschönes Örtchen an der nördlichsten Spitze Dänemarks, wo sich Nordsee und Ostsee treffen. Erstaunlicherweise kann man den Zusammenfluss tatsächlich klar und deutlich erkennen. Wir waren an einem durchwachsenen Tag dort mit relativ wenig Wind, so dass aus unserer Bodenperspektive alles recht umspektakulär aussah. Wer hierher kommt sollte dies also eher nach der Devise tun: der Weg ist das Ziel. Rechts die plätschernde Ostsee, links die wildere Nordsee, riesengroße Containerschiffe am Horizont, traumhafte Dünenlandschaften, ein breiter schöner Sandstreifen. Auf dem Weg zum Zipfel ist Zeit zum Genießen und Entspannen. All die, die nicht den ganzen Weg vom Parkplatz aus laufen mögen, können sich mit einem Treckeranhänger zur Spitze bringen lassen. Unglücklicherweise hielten gleich zwei dieser Gefährte im Sand neben uns, gerade als wir den Moment und die Stille ganz für uns auskosten wollten. Vorbei war´s mit der Romantik. Ein Deutscher Rentnertrupp drängte sich vor unsere Kamera, ganz ungeachtet dessen, dass wir in wenigen Minuten vorhatten unsere Bilder im Sack zu haben. Ein fröhliches Gequieke und Gekreische, Herumgehüpfe und Gewinke durchbrach die Idylle. – Wir mussten gehen. Und den Rückweg noch einmal genießen. 😉

Skagen - Andy Lorenz

 

Essen und Trinken

Hier gibt es nichts Spektakuläres zu berichten. Wir hatten in Erinnerung, dass die Lebensmittelpreise nicht teurer sind, als in Deutschland, dem ist aber nicht unbedingt so. Es kommt ganz darauf an, was du gerne auf dem Teller liegen hast. Obstpreise sind gut, Süßigkeiten hingegen sehr teuer. Bei den Fleischpreisen haben wir meist keine spektakulären Unterschiede erkennen können. Einiges Hochprozentiges gibt es ab umgerechnet 10 EUR- auch dem Gruppenpartyurlaub steht also nichts mehr im Wege. Lediglich als wir kurzfristig Lust auf Heimisches hatten, wurde unser Euphomismus gebremst: Wir haben nirgendwo Sauerkraut finden können. Der Däne kennt noch nicht einmal ein Wort dafür, so scheint es. Pons war ratlos, der Däne auch, als er das englische Wort hierfür kritisch auf dem Handy betrachtete: „Sauerkraut“.

2 Antworten

  1. […] unseren Augen Europas schönste Ecke! Egal ob Ferienhaus in Dänemark, Trekking in Schweden oder mit dem Zelt durch Norwegen– wir lieben […]

  2. […] Nach Dänemark ver­schlägt es Andy und Skar schon im­mer. Miri teilt ihre Begeisterung, seit sie der Männer-WG beige­tre­ten ist. Warum? Ruhe, Weite, Ferienhäuschen mit Riesen-Grundstücken, wo deine Fellnase frei lau­fen kann, lange Sandstrände ohne Hundeverbot.… Schau selbst! Zum Artikel […]

Senf dazu geben? Her damit!